Ingrid Annel: Sagen aus dem Harz

Von Hexen, Teufeln, Riesen, Wassermännern und Moosweiblein

Der Harz, das höchste Gebirge Norddeutschlands, ist eine beliebte Urlaubsregion. Und was gibt es Schöneres, als wenn man urlaubenden Kindern quasi an jeder Ecke eine dorthin gehörende Sage erzählen kann. Im Harz ist das möglich!

Manche Sagen wirken fast wie Märchen, andere eher wie ein knapper Bericht über ein unheimliches Ereignis. Sagen enden nicht unbedingt glücklich, sondern oft düster und rätselhaft. Aber du kannst in diesen Geschichten viel darüber erfahren, was die Menschen früher gedacht und geglaubt haben und wie manchmal unverhofft das Glück in ihr Leben kam. (aus dem Vorwort)

Viele Sagen in diesem Buch handeln von Riesen. Sie stoßen von Bergkuppe zu Bergkuppe miteinander an, springen über Berge und Wälder (was nicht immer klappt), spielen mit Felsen Ball oder geraten in Streit. Das formte die Landschaft des Harzes und führte zu Begegnungen mit den menschlichen Bewohnern.

Manche der Sagen sind sehr bekannt, beispielsweise die um den Hünen Bodo, der einer Prinzessin folgte, deren Pferd beim Sprung über ein Tal einen Hufabdruck im Felsen hinterließ, genannt Roßtrappe. Natürlich erfahren wir, dass der Brocken auch Blocksberg genannt wird und dort alljährlich am 30. April die Hexen tanzen, lesen, dass das Kloster Quedlinburg zu Ehren eines kleinen Hündchens erbaut wurde, lernen Prinzessin Ilse kennen, nach der der gleichnamige Fluss benannt wurde und staunen darüber, wie das Gold im Rummelsberg entdeckt wurde.

Das Buch enthält aber auch viele wenig(er) bekannte Sagen, was sie aber nicht weniger interessant macht.

Eine bunte Karte zu Beginn hilft, sich zu orientieren, am Ende des Buches gibt es Ausflugstipps zu sagenumwobenen Orten im Harz. Ein Glossar rundet das Buch ab.

Reicher Sagenschatz

Der Harz ist wirklich sehr reich an interessanten Sagen, die Kindern gut gefallen. Sie sind hier in gut verständlicher Weise und vor allem spannend nacherzählt. Gelegentlich lockern Bilder den Text auf – leider nicht auf jeder Doppelseite.

Die Ausflugstipps sind sehr knapp, sie können nur zur kurzen Orientierung dienen und ersetzen keinen Reiseführer – aber dazu ist das Buch ja auch nicht gedacht.

Insgesamt habe ich das Buch mit großem Vergnügen gelesen und mich vor allem über die vielen mir noch unbekannten Sagen gefreut.

Fazit: Spannend geschriebene Sagen aus dem Harz wecken das Interesse von Urlauberkindern an den Ausflugszielen, sind aber natürlich auch für Einheimische interessant. Zum Vorlesen ab 6, zum Selberlesen ab 8 Jahren geeignet.

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Ingrid Annel: Sagen aus dem Harz. Von Hexentanz und Silberglanz. Emons 2019. 72 Seiten, Euro 14,95, ISBN 978-3-7408-0545-6.

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Ein Kommentar zu “Ingrid Annel: Sagen aus dem Harz

  1. Das klingt hochinteressant, vor allem, da ich mich für Sagen interessiere und der Harz so arg weit weg ist, dass er sich eben nicht für Ausflüge eignet. Deshalb darf ich mich kurz revanchieren und Kurzausflüglern angemessenere Lektüre empfehlen wie z.B.: Reimeier, Ohnetaler Verlag, Irrwurz: Volkssagen Böhmerwald, Bayerischer Wald. Oder Gaubitzer, tosa – Verlag, Bayerische Sagen. Aber natürlich ist das Mittelgebirge Harz alleine schon wegen des BRocken wichtig, wo sollen die besenreitenden Zugvögel denn sonst landen, und damit wegen Goethes Faust und dem Harzwanderer Heine. Gut, die Geschichten sind für Kinder gesammelt und geschrieben, aber für manchen Vorleser könnte da die Überleitung zu den großen Dichtern erfolgen.

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