Klaus Strenge: Der Kinderfresser/Der Kinderfresser kommt!

Zwei Geschichten über ein (doch nicht so) gruseliges Monster

In der Nacht, wenn alle schlafen,
Ist er auf dem Weg zu dir.
Kriech nur tief unter die Decke,
Halt nur fest dein Kuscheltier.
Vielleicht kannst du dich noch retten.
Halt den Atem an, sei still!
Niemand kann es vorher wissen,
Was der Kinderfresser will.

Der Kinderfresser (Hörspiel)

Cilly van Zimt hat Angst vor einem Monster unter ihrem Bett. Doch niemand will ihr glauben. Eines Nachts, in einem Fiebertraum, frisst das Monster sie tatsächlich! Wirklich? Nein, das Monster fliegt mit ihr davon. Sie lernt den Frosch im Hals kennen, Ernesto, das Blindenschweinchen, das fürs Fliegen sorgt, und schließlich auch den Kinderfresser von außen. Er ist riesig, aber doch sehr nett, wie sie merkt.

In der Welt Kobalat lernt Cilly fantastische Wesen kennen. Zum Beispiel besuchen sie die Schule, in der all die kleinen Kinderfresser leben, die das Kindererschrecken erst noch richtig lernen müssen. Sie kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aber es gibt auch gruselige Wesen wie den fiesen Hustenmacher, der die Grenze zwischen den Welten verbotenerweise überschreiten will, um alle Menschen krank zu machen. Ob sie das verhindern können? Eins ist klar: Zurück in ihrer Welt hat Cilly garantiert keine Angst vor Monstern mehr.

Der Kinderfresser kommt! Miro und das dunkle Wasser (Buch)

Miros Vater kann überhaupt nicht begreifen, dass sein Sohn Angst davor hat, schwimmen zu lernen. Ja, es wird sogar so schlimm, dass er Angst vor dem Baden hat! Aber Miro kann es doch nicht ändern!

Doch dann kommt in der Nacht der Kinderfresser zu ihm und holt ihn ab. Zusammen mit ihm, Ernesto, dem Blindenschweinchen, und Freddie, dem Frosch im Hals des Kinderfressers, reist Miro in eine merkwürdige, fremde Welt. Zum Glück ist seine Hündin Finger mit dabei.

Er hob die Laterne und schon fiel ihm vor Staunen die Kinnlade herunter. Denn dort oben, hinten am Gaumen, wo bei den Menschen das Zäpfchen hängt, hing ein kleines, froschähnliches Wesen. Es war nicht viel mehr als ein grüner Kopf mit grünem Körper und zwei grünen Ärmchen.

Sie treffen skurrile Wesen und erleben spannende Abenteuer, in deren Verlauf Miro nicht nur ganz nebenbei schwimmen lernt, sondern auch noch erfährt, dass es nicht Petzen ist, wenn man sich gegen Mobber zur Wehr setzt.

Zurück in seiner Welt traut er sich tatsächlich ins Wasser – zusammen mit seiner Mutter, die auch nicht schwimmen kann.

„Aber Mami, du bist doch nicht alleine. Zusammen schaffen wir das. Hast du selbst gesagt.“

Und von seinen fiesen Klassenkameraden erzählt er auch endlich.

Skurrile Wesen in fantastischen Welten

Träumen die Kinder oder sind sie wach? Tja, das ist nicht so einfach zu entscheiden. Jedenfalls reisen Cilly und Miro des Nachts in die Traumwelt Kabalat und erleben dort Abenteuer, bei denen sie sich ihren größten Ängsten stellen müsse. Beide merken, dass das, was sie ängstigte, gar nicht so schlimm ist. Nach dem Aufwachen können sie sich an ihre nächtlichen Abenteuer zwar gar nicht mehr erinnern, fühlen sich aber viel besser, können unangenehme Dinge erledigen und ihre Ängste überwinden.

Die Abenteuer der Nacht sind wild, wüst, skurril. Kabalat steckt voller höchst merkwürdiger Wesen, von denen zu lesen viel Spaß macht. Offensichtlich verfügt der Autor über eine überbordende Fantasie beim Erfinden unglaublicher, origineller Figuren und fantastischer Welten. Für einen Moment sind die Geschichten gruselig. Ein Monster unter dem Bett, das Kinder verschlingt? Oje. Doch dann löst sich die Situation sehr schnell auf und man lernt den Frosch im Hals kennen, der ausschließlich reimen kann und sich ständig mit dem Blindenschweinchen streitet. Außerdem findet sich im Maul des Kinderfressers Reiseproviant – so schlimm kann es also nicht sein und die zuhörenden Kinder können wieder aufatmen.

Viel zum Lachen

Viele Ereignisse sind wirklich sehr komisch, manchmal wird es aber auch aufregend. Komik entsteht oft in den Dialogen, wenn der Frosch im Hals und Ernesto sich streiten, fliegen außerdem immer eine Menge Schimpfwörter hin und her.

Der noch etwas größere Text des Buches lässt sich gut lesen, wenn auch die Schimpfwörter und die spanischen Wörter Ernestos eine gewisse Hürde darstellen. Aber das ist zu schaffen.

Das Hörspiel überzeugt auf der ganzen Linie. Hochkarätige Sprecher, passende Musik, Hintergrundgeräusche, alles passt perfekt und sorgt immer für die passende Atmosphäre. Bei den einleitenden Worten hält man erst einmal den Atem an – man sollte die Kinder die Geschichte also vielleicht besser nicht alleine vor dem Einschlafen hören lassen, auch wenn sich die Kinderfresser als liebenswerte, freundliche Wesen entpuppen.

Ich hatte viel Spaß mit den beiden Kinderfresser-Geschichten!

Fazit: Zwei tolle, spannende und humorvolle Mutmach-Geschichten, in denen Kinder ab 8 Jahren ganz nebenbei lernen, dass es sinnvoll sein kann, sich seinen Ängsten zu stellen.

Klaus Strenge: Der Kinderfresser. Lübbe 2017. 3 CDs, 203 Minuten, Euro 10,00, ISBN 978-3-857-5452-8.

Sprecher*innen: Dietmar Bär, Monty Arnold, Christoph Maria Herbst, Andrea Herrmann, Bernhard Hoecker, Waldemar Kobus, Volker Niederfahrenhorst, Lars Oberhäuser, Markus Maria Profitlich, Jürgen von der Lippe, Noe Marie Vandey, Vico Vandey, Hella von Sinnen, Nina Vorbrodt, Peter Wieschermann u. a.

Klaus Strenge: Der Kinderfresser kommt! Kobalat 2019. 100 Seiten, Euro 9,95, ISBN 978-3-9820546-0-5.

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Ich danke dem Autor für die Rezensionsexemplare.

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