Tina Birgitta Lauffer, Sebastian Mikolai: Es weihnachtet … mit Tijo Kinderbuch

Hallo Winter und hallo Kinder,
nun ist sie da die dunkle Jahreszeit.
Doch mit Kerzen und Licht im Herzen
macht sich langsam Weihnachtsfreude breit.

Wer die immer gleichen Weihnachtslieder satt hat oder sich einfach etwas mehr Abwechslung wünscht, sollte sich diese Weihnachtslieder-CD anhören. Teilweise handelt es sich um bekannte Melodien klassischer Weihnachtslieder, die modern aufgepeppt wurden. Sie haben beispielsweise ein schnelleres Tempo, verschiedene Musikinstrumente bringen viel Rhythmus  hinein. Ich habe u. a.  ABC, die Katze läuft in Schnee, The Time has come, Bald ist Niklausabend da, O Tannenbaum, Kling Glöckchen, In Excelsis Deo herausgehört. Auch die Texte sind neu und modern.

Wir feiern das Geburtstagsfest von Jesus,
der uns nie verlässt.
Für viele Menschen auf der Welt,
ist er noch heut ein Superheld.

Andere Lieder sind komplett neu. Allen ist gemeinsam, dass sie sehr eingängig sind. Die Texte erzählen kleine Geschichten, die sich natürlich alle um die Winter- und Weihnachtszeit drehen. Natürlich kommen Nikolaus, Weihnachtsmann und Tannenbaum vor, auch „Jesus Superstar“, aber zum Beispiel auch eine kleine Maus, die an einem Lebkuchenhaus knabbert oder 10 lustige Weihnachtstrolle. Meist sind die Texte (von Tina Birgitta Lauffer) ein bisschen lustig, aber auch besinnlichere Lieder sind dabei, die etwas Stoff zum Nachdenken geben. Insgesamt ist es eine schöne Mischung und bestimmt der eine oder andere Ohrwurm dabei. Auch die eingängige Stimme von Interpret Sebastian Mikolai mag ich. Den Abschluss bilden drei lustige Gedichte. Hier hätte es mir besser gefallen, wenn sie zwischen den Lieder verteilt worden wären, was aber sicherlich Geschmackssache ist.

Eine Maus, eine Maus, eine Maus
entdeckt ein Pfefferkuchenhaus.
Ach, wie gern würd’ sie das haben,
sich genüsslich daran laben.

Das Booklet enthält alle Texte zum Mitsingen. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass man die Noten mit Text auf Anfrage bekommt, sodass man nicht nur zuhören muss, sondern auch selbst musizieren kann. Einen Kritikpunkt habe ich allerdings auch: Die kleine farbige Schreibschrift, in der die Texte im Booklet gedruckt sind, kann ich bei künstlichem Licht nur mühsam lesen. Ich gehe davon aus, dass man die Lieder selten bei strahlendem Sonnenschein, aber um so häufiger bei Kerzenschein hören wird, sodass ich mit dem Problem sicher nicht alleine bin.

Fazit: Neue Weihnachtslieder für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, teilweise mit klassischen Melodien, bringen Abwechslung in die Vorweihnachtszeit.

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Tina Birgitta Lauffer, Sebastian Mikolai: Es weihnachtet … mit Tijo Kinderbuch. Tijo Kinderbuch 2015. 1 CD, Euro 7,49 – 9,90.

Zur Verlagsseite – bei Amazon

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt – Wer hat gewonnen?

Es ist so weit. Letzte Woche habe ich euch aufgerufen, am Gewinnspiel rund um die Neuverfilmung von Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt mitzumachen. Nachzulesen hier.

Die Teilnehmerzahl war überschaubar, manche wollten in beide Lostöpfe, andere nur das Buch oder nur die Kinokarten gewinnen.

Und die Gewinner sind:

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Andrea gewinnt das Buch Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt, die Kinofreikarten machen sich auf den Weg zu Gesa – sobald ihr mir eure Adressen mitgeteilt habt! Herzlichen Glückwunsch!

Ich wünsche euch beiden viel Spaß damit. Und ihr anderen – bitte nicht traurig sein. Noch im Dezember gibt es ein weiteres Gewinnspiel, bei dem ihr Hedvig-Hörspiel-CDs gewinnen könnt. Außerdem: Heute läuft der Film in den Kinos an. Schnappt euch eure Kinder, Enkel, Nichten, Neffen und/oder Nachbarskinder und ab ins Kino. Falls ihr Lust habt, könnt ihr mir gerne danach berichten, wie es war.

Zum Einstimmen darauf hier noch einmal der Trailer:

 

 

Barbara Stok: Vincent

Zwei Männer, einer davon mit Gepäck, gehen in Richtung Bahnhof. Dort verabschieden sie sich voneinander. Der eine steigt in einen Zug in die Provence, der andere versichert, ihm jede Woche Geld schicken zu wollen. Später finden die Leser heraus, dass es sich bei dem Reisenden um Vincent van Gogh handelt, bei dem anderen Mann um seinen Bruder Theo. In Form eines Comics, unterbrochen von Briefen, wird von diesem Zeitpunkt an das Leben Vincent van Goghs geschildert: sein unermüdliches gehetztes Malen, seine Geldsorgen, der Kampf gegen das Unverständnis seiner Zeitgenossen, sein Versuch, sich mit anderen Malern zusammenzutun, seine Monologe über das Malen, seine Zusammenbrüche, seine Zeit im Sanatorium. Auch die Bemühungen Theos, Vincents Gemälde zu verkaufen, werden gezeigt.

Und ein Künstler, der nichts verkauft, ist ein Nichtsnutz.
Das denken die meisten Leute.
Wir sind der Abschaum der Gesellschaft, du und ich.
Aber wenn man Freunde hat, die im gleichen Boot sitzen, steht man nicht allein da.

Durch die Comicform wird es Kindern und Jugendlichen niedrigschwellig und, wie ich finde, sehr gelungen ermöglicht, etwas über das Leben und Werk des berühmten Malers zu erfahren. Die Texte basieren oft auf Briefen, wenn nicht ohnehin Ausschnitte aus dem Briefwechsel zwischen den beiden Brüdern abgedruckt sind, sodass sie sehr authentisch wirken.

Besonders hat mich beeindruckt, wie es den Bildern gelingt, den schwankenden Geisteszustand van Goghs wiederzugeben: Da bewegen sich Linien, verzerren sich, die Luft beginnt zu flimmern, Farben, Formen, Größen ändern sich. Andere Zeichnungen sind dagegen sehr schlicht, zeigen einzelne Blumen, Blüten, Ähren, Wolken, Details, auf die van Gogh achtete und die er malte. Man erlebt mit, wie er einige seiner berühmten Werke erschafft.

Mein lieber Vincent,
deine letzen Gemälde haben mich sehr nachdenklich über den Geisteszustand gestimmt, in dem du sie angefertigt hast. Allesamt besitzen sie eine Farbintensität, die du vorher nicht erreicht hast, was bereits bemerkenswert ist, aber du bist weitergegangen.

Fazit: Sehr gelungene und spannend zu lesende Comic-Biografie über Vincent van Gogh für Leserinnen und Leser von 10 bis 14 Jahren.

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Barbara Stok: Vincent. Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann. Seemanns Bilderband 2016. 144 Seiten, Euro 19,95, ISBN 978-3-8650-2381-0.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – über Buchhandel.de – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Sven Nordqvist: Petterson und Findus. Das schönste Weihnachten überhaupt

Über Petterson und Findus muss man eigentlich nicht viel sagen, oder? Ich liebe den kauzigen Alten mit seinem pfiffigen Kater.

Weihnachtsvorbereitungen mit Hindernissen

In dieser Geschichte sind die Vorbereitungen für Weihnachten in vollem Gang. Oder besser: Sie sollten es sein, aber weil es ohne Unterlass heftig schneit, können Petterson und Findus nicht vor die Tür. Als es dann endlich wieder möglich ist, verletzt sich Petterson am Fuß. Nun haben die beiden keinen Weihnachtsbaum und das von Findus ersehnte Festessen ist in weite Ferne gerückt. Dabei hatte Petterson ihm doch versprochen, dass es das schönste Weihnachten überhaupt wird. Und dann erzählt Petterson auch noch niemandem von ihrer Notlage, sondern tut, als wäre alles in Ordnung. Findus könnte ausrasten! Schließlich ergreift er die Initiative. Ob die beiden doch noch ein schönes Weihnachtsfest feiern können?

Armer Findus!

Der kleine Kater kann einem wirklich leid tun. Alles geht schief und er merkt irgendwann, dass sich sein Traum von einem gelungenen Weihnachtsfest nicht erfüllen wird. Aber er ist nicht bereit aufzugeben, obwohl er dabei sogar sein Leben riskiert.
Das Hörspiel ist klasse. Petterson grummelt, versucht, die Situation irgendwie zu retten, kann aber nicht aus seiner Haut. Findus ist hektisch und übertreibt bei allem, aber dennoch kommt am Ende etwas Gutes dabei raus. Die Nachbarn, Happo, Gustavssons Hund, die Hühner und die Mucklas tragen ihren Teil dazu bei, dass es in der Geschichte viel zu lachen gibt. Und am Ende wird es sogar ein wenig besinnlich.

Erzählerin Ursula Illert führt gekonnt durch die Geschichte, Marianne Sägebrecht als Beda, Max Herbrechter als Gustavsson, Stefan Kurt als Petterson und Roxana Samadi als Findus schaffen es, ihren Figuren überzeugend Leben einzuhauchen. Die dezente Hintergrundmusik und -geräusche wie knirschender Schnee, Glöckchengebimmel, Holzhacken usw. machen das Hörspiel richtig rund.

Fazit: Ein großer Hörspaß für alle Freunde von Petterson und Findus ab 4 Jahren.

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Sven Nordqvist: Petterson und Findus. Das schönste Weihnachten überhaupt. Original-Hörspiel zum Kinofilm. Oetinger audio 2016. 1 CD, Euro 9,99, 72 Minuten, ISBN 978-3-8373-0955-3.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Andrea Schütze, Judith Loske: Der kleine Engel Knisterpolter

Im Himmel herrschte große Aufregung. Es war noch tiefste Nacht, aber es roch schon nach frischen Brötchen, Butterwaffeln, Spiegeleiern und heißer Schokolade. Alle Englein waren bereits wach und saßen im Frühstücksraum beisammen.

Große Aufregung herrscht im Himmel, denn es ist Adventskalenderverteiltag. Alle Engelchen fliegen los, um den Kindern ihre Adventskalender zu bringen. Nur Knisterpolter darf nicht mit, wie immer, denn es ist furchtbar ungeschickt – und schrecklich traurig deswegen.

Es hatte ja gleich gewusst, dass es nicht mit hinunter fliegen durfte.
Und zwar schon zum achten Mal nicht!
Die ersten drei Jahre war es noch zu klein gewesen.
Im vierten Jahr hatte Petrus gesagt: zu tollpatschig.
Im Jahr daruf: zu ungeschickt.
Im sechsten Jahr: zu zerstreut.
Im siebten Jahr: zu schusselig.
Und heute, in achten Jahr, hatte er gar nichts gesagt!

Doch dann entdeckt Knisterpolter einen liegengebliebenen Kalender und macht sich einfach alleine auf den Weg. Leider geht dabei, wie immer, einiges schief, sodass der Inhalt des Kalenders verloren geht. Doch Knisterpolter lässt sich einiges einfallen, um den Schaden wieder gutzumachen. Dabei wird es reichlich knapp. Ob das Engelchen es rechtzeitig schaffen wird?

Wie gemein, dass das kleine Engelchen Knisterpolter als Einziges nicht mit darf, denkt man als Leser. Doch wenn man mitbekommt, dass es tatsächlich fürchterlich ungeschickt ist und den Adventskalenderinhalt verliert, hält man Petrus’ Entscheidung für doch nicht so schlecht. Aber halt, Knisterpolter weiß sich zu helfen, sodass am Ende ein ganz besonderer und außerordentlich schöner Adventskalender dabei herauskommt.

Auf den großen Bildern ist viel zu entdecken – Wie sieht es wohl beim Engelsfrühstück über den Wolken aus? –, sodass die Augen auch bei der vergleichsweise großen Textmenge beschäftigt sind.

Fazit: Lustige Geschichte um einen schusseligen Engel, die schusseligen Kindern von 3 bis 6 Jahren Mut machen könnte, aber auch allen anderen kleinen Zuhörern großen Spaß macht.

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Andrea Schütze, Judith Loske: Der kleine Engel Knisterpolter. Ellermann 2016. 32 Seiten, Euro 12,99, ISBN 978-3-7707-5730-5.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Potz Blitz – Die Zauberakademie 5. Der Stab der Macht

In die Zauberakademie wurde eingebrochen. Gestohlen wurde nur eins: der berühmte und mächtige Schwebestab. Wird er nicht rechtzeitig wieder gefunden, kann das von allen sehnsüchtig erwartete Schwebelauf-Turnier nicht stattfinden. Bertie Blitz beschließt, 200 Jahre in die Vergangenheit zu reisen – und Finn, Flo und Jazz dürfen ihn begleiten. Bertie kennt sich gut aus, denn damals war er Schulleiter, aber er darf keinesfalls seinem jüngeren Ich begegnen. Deswegen ist er auf die Hilfe der Schüler angewiesen. Immer, wenn sie kurz davor sind, den Schwebestab zu erwischen und mit einem Nachverfolgungszauber zu belegen, kommt etwas dazwischen. Es hilft nichts, Finn muss die gefährliche Turnierstrecke absolvieren – im wahrsten Sinne des Wortes ein Tanz auf dem Vulkan.

Wie immer schlagen sich die cleveren Freunde meisterhaft. Zwar können sie noch nicht so gut zaubern, aber sie wissen, ihre begrenzten Fähigkeiten geschickt einzusetzen. Zumindest einer der drei hat immer eine gute Idee. Auf der Reise in die Vergangenheit ihrer Schule machen sie interessante Beobachtungen und treffen einen Schüler, der später einmal ihr Lehrer sein wird. Ihre Suche nach dem Stab ist ziemlich spannend. Doch damit nicht genug – zurück in der Gegenwart kann der Stab dank des Zaubers zwar entdeckt werden, aber die aktuellen Besitzer haben nicht die geringste Absicht, ihn wieder zurückzugeben. Eine weitere schwierige Aufgabe …

Insgesamt ist die Geschichte ziemlich spannend, es gibt aber auch viele lustige Passagen. Musik, Hintergrundgeräusche und die durchgängig guten Sprecher mit hohem Wiedererkennungswert sorgen dafür, dass eine gelungenes, rundes Hörspiel herausgekommen ist. Eigentlich hatte ich erwartet, dass die Handlung mit der Rückkehr von der Zeitreise enden würde und war überrascht, dass es noch weitergeht. Aber klar, der Stab war ja noch nicht wieder im Besitz der Schule, eine weitere Aufgabe ist zu lösen bevor endlich das Turnier stattfinden kann.

Fazit: Jede Menge Spannung in einem Zauberinternat für Kinder im Grundschulalter.

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Christop Piasecki, Tatjana Auster: Potz Blitz – Die Zauberakademie 5. Der Stab der Macht. Contendo 2016. 1 CD, 77 Minuten, Euro 8,29, ISBN 978-3-945757-17-8.

Sprecher: Lea Kiernan, Leon Aubrecht, Celina Walter, Katrin Heß, Julia Fölster, Peer Scholmann, Benny Hogenacker, Charlotte Bergmeier, Patrick Mölleken, Yann Moison, Juliane Spillecke, Werner Spillecke, Alissa Puke, Saskia Puke, Jürgen Thormann, Wolfgang Bahro, Sascha Rotermund, Tatjana Auster, Christoph Piasecki, Patrick Bach, Martin Sabel, Thomas Held, Gerald Paradies, Merete Brettschneider, Daniel Wandeldt, Michael Bideler, Tobias Lelle, Katharina von Daake, Judy Winter

Zur Hörspielseite – bei Amazon – und in der nächsten Buchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Robbi, Tobbi und das Fliewatatüüt – mit Gewinnspiel

Erinnert ihr euch noch an die Geschichte Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt? Ich habe das Buch als Kind nicht gelesen, aber die Serie der Augsburger Puppenkiste geliebt. (Edit: Nein, es war nicht die Augsburger Puppenkiste, wie ich gerade lernte.) Jetzt gibt es eine Neuverfilmung mit echten Menschen und Robotern und eine Neuauflage des Buches mit Bildern aus dem Film. Und das Beste ist: Beides könnt ihr bei mir gewinnen. Also natürlich nicht den Film, aber zwei Kinokarten, um ihn euch anzusehen. Na, wäre das was?

Für diejenigen, die die Geschichte noch nicht kennen, hier zunächst die Rezension des Buches:

Drittklässler Tobbi ist Erfinder. Er hat tolle Pläne für ein Luft-Wasser-Landfortbewegungsmittel gemacht, das mit Himbeersaft betrieben wird. Er hat es Fliwatüüt getauft. Eines Abends, er verbringt gerade die Sommerferien bei seiner Tante, bekommt er Besuch von Robbi. Der kleine Roboter, der die dritte Roboterklasse besucht, hat das Fliewatüüt gebaut. Er muss eine Prüfung mit kniffeligen Aufgaben lösen, für die er Tobbis Hilfe braucht. Die beiden schleichen sich aus dem Haus und erleben zusammen tolle Abenteuer, bei denen sie zum Beispiel einen Leuchtturm mitten im Meer besuchen und am Nordpol fast er- bzw. einfrieren. Und natürlich lösen sie trotz aller Schwierigkeiten Robbis Aufgaben.

Die Geschichte der ungewöhnlichen Freunde macht heute noch genauso viel Spaß wie früher, auch wenn man an der einen oder anderen Stelle merkt, dass sie schon etwas älter ist. Das fällt vor allem an der Sprache auf (Eskimos,  „weiße Mohren“). Tobbi und Robbi sind beide clever und ergänzen sich perfekt. Bei ihren Abenteuern kann man sogar etwas lernen, denn zwischendurch wird ab und zu etwas erklärt, zum Beispiel, warum ein Kompass am Nordpol nicht funktioniert. Allerdings dürfte es für Kinder manchmal schwierig sein, die Fakten von den erfundenen Informationen zu unterscheiden. Das Buch lebt von ungewöhnlichen Ideen, die Erlebnisse des Jungen und des Roboters sind oft sehr lustig, aber häufig auch spannend.

Ein Problem habe ich allerdings mit dem Buch: die Filmbilder. Für den Film wurde die Handlung offensichtlich komplett verändert (s. u.), sodass die Bilder überhaupt nicht zur Geschichte passen. Kinder, die den Film gesehen haben, werden von Buch irritiert sein und umgekehrt.

Fazit: Ein Klassiker, der nichts von seinem Charme verloren hat. Zum Selberlesen ist das Buch für Kinder von etwa 8 bis 10 Jahren geeignet, aber es ist eine tolle Vorlesegeschichte schon für Kinder ab 5 Jahren.

Zum Film:

Pressetext zum Film:

Niemand kann sich so ungewöhnliche Erfindungen ausdenken, wie der 11-jährige Tobbi Findeisen… Eines Tages landet vor seinen Füßen der kleine Roboter Robbi, der beim Absturz seines Raumschiffes von seinen Roboter-Eltern getrennt wurde und sich nun auf die Suche nach ihnen machen muss. Zusammen ertüfteln Robbi und Tobbi ein Gefährt das zugleich fliegen, schwimmen und fahren kann: Ein Fliewatüüt eben! Doch inzwischen sind auch der skrupellose Sir Joshua und dessen Superagenten Brad Blutbad und Sharon Schalldämpfer dem Roboter auf den Fersen, um ihn für ihre Zwecke zu nutzen. Doch auch die klügsten Superagenten sollten nicht unterschätzen, wozu die besten Freunde der Welt fähig sind!

Wie man im Trailer und den Bildern im Buch sehen kann, wurde die Handlung komplett verändert. Offensichtlich war das Buch den Filmemachern nicht actionreich genug. Robbi kommt nicht von der Roboterschule, sondern ist aus dem All abgestürzt und jetzt auf der Suche nach seinen Eltern. Ein Bösewicht, der es auf Robbi abgesehen hat, löst eine wilde Verfolgungsjagd aus. Tobbi ist nicht in Urlaub bei seiner Tante, sondern zu Hause bei seinen Eltern. Gemeinsam bauen Robbi und Tobbi das Fliewatüüt auf einem Schrottplatz, wobei sie von einigen Rockern unterstützt werden. Dann machen sie sich auf die Suche nach Robbis Eltern, die vermutlich am Nordpol abgestürzt sind. Dort treffen sie wie im Buch das Inuitmädchen Nunu, das sie allerdings auf der weiteren Reise begleitet, statt winkend zurückzubleiben. Ihr Bruder wurde wohl gestrichen. Auch der Leuchtturm mitten im Meer kommt vor. Doch während Leuchtturmwärter Matthias im Buch eine Seele von Mensch ist, nimmt der Matti im Film die beiden gefangen.

Der Film ist also bedeutend tempo- und actionreicher, aber, wie mir scheint, auch klamaukiger als das Buch. Von der ursprünglichen Geschichte ist nicht sehr viel übriggeblieben. Mehr zum Film findet ihr auf der Filmhomepage. Hier einige Bilder:

Zuhause überrascht Tobbi (Arsseni Bultmann) seine Eltern (Ralph Caspers, Jördis Triebel) mit seiner neuesten Erfindung: Einer Geschirrspülmaschine im Esstisch

Zuhause überrascht Tobbi (Arsseni Bultmann) seine Eltern (Ralph Caspers, Jördis Triebel) mit seiner neuesten Erfindung: Einer Geschirrspülmaschine im Esstisch

Echte Freunde geben einander Halt: Robbi (Robbi) und Tobbi (Arsseni Bultmann)

Echte Freunde geben einander Halt: Robbi (Robbi) und Tobbi (Arsseni Bultmann)

Der Leuchtturmwärter Matti (Bjarne Mädel) nimmt Tobbi (Arsseni Bultmann) und Robbi (Robbi) gefangen, damit er nicht mehr so alleine ist.

Der Leuchtturmwärter Matti (Bjarne Mädel) nimmt Tobbi (Arsseni Bultmann) und Robbi (Robbi) gefangen, damit er nicht mehr so alleine ist.

Nunu (Melina Mardini) und Tobbi (Arsseni Bultmann) sind am Nordpol ins Eis eingebrochen!

Nunu (Melina Mardini) und Tobbi (Arsseni Bultmann) sind am Nordpol ins Eis eingebrochen!

Die Besetzung ist hochkarätig: Arsseni Bultmann, Sam Riley, Alexandra Maria Lara,  Jördis Triebel, Bjarne Mädel, Friedrich Mücke, Ralph Caspers, Melina Mardini. Filmstart ist am 01.12., die Alteresfreigabe lautet 0 Jahre.

Tja, was soll ich sagen? Die meisten Kinder werden ja das Buch nicht kennen und sich deswegen beim Film auch nicht über die Abweichungen wundern. Von daher glaube ich schon, dass sie beim Anschauen des Films viel Spaß haben werden.

Gewinnspiel:
Ich verlose einmal zwei Freikarten für ROBBI, TOBBI UND DAS FLIEWATÜÜT – der Film kommt am 01. Dezember in die Kinos – und einmal das Buch zum Film.
Bitte beantwortet folgende Frage in den Kommentaren, um in den Lostopf zu springen: Welches war euer Lieblingskinderfilm (oder auch -serie), als ihr klein wart? 
Ich mochte die Serie „Michel aus Lönneberga“ sehr, mein Lieblingsfilm war „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“. Ihr habt bin zum 30.11. um Mitternacht Zeit zum Kommentieren, am 01.12. lose ich die Gewinner aus.

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Boy Lornsen: Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt. Thienemann 2016. 256 Seiten, ca. 20 farbige Filmbilder, Euro 9,99, ISBN 978-3-522-18446-5.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – über Buchhandel.de – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke für das Rezensions- und Verlosungsexemplar und für die Kinofreikarten.