Kaia Dahle Nyhus: Die Welt sagte ja

Die Entwicklung der Welt

Von der Entstehung der Welt bis heute auf 48 Seiten Bilderbuch – das klingt ambitioniert. Doch es gelingt. Nicht unbedingt wissenschaftlich immer korrekt, denn das ist es nicht, worauf es dem Buch ankommt. Dennoch: Für Kinder gut verständlich wird gezeigt, wie zunächst die Welt entsteht, dann die Zeit, die Sonne, die ersten Tiere. Zum Beispiel gab es Dinosaurier:

Aber die Welt war nicht fertig, denn wir veränderten uns noch ein bisschen und immer noch ein bisschen weiter.
Denn manche von uns wurden groß und andere blieben klein.
Manche wurden gefährlich und bekamen viele Zähne.
Manche wurden gut im Rennen.
Manchen wurden gut im Verstecken.
Andere wurden in nichts gut.
Diejenigen, die in nichts gut waren, hatten wenig Glück, denn sie starben.

Die Tiere entwickeln sich, bis eines Tages der Mensch entsteht. Doch auch damit endet die Entwicklung nicht. Der Mensch lernt, Werkzeuge zu benutzen, zu malen, den Boden zu bearbeiten. Er erfindet das Rad, baut Rohstoffe ab und baut Häuser. Doch er lernt auch, Waffen zu gebrauchen, um an Nahrung zu kommen, sich gegen andere zu wehren oder diese anzugreifen. Das Leben ist nicht einfach. Es gibt Hunger, Krankheiten und Kriege. Schließlich verschmutzt der Mensch die Umwelt und zerstört die Erde nach und nach. Ist die Geschichte damit fertig? Nein!

Jetzt sind wir wohl fertig?, sagten wir,
aber wir waren nicht fertig.
Denn es ist nie ganz fertig.
Denn wir werden uns verändern.
Und die Welt ruft! Und die Welt sagt JA!

Evolution und der Einfluss des Menschen

Ich finde dieses Buch sehr beeindruckend. Die Autorin schafft es, die Geschichte sehr komprimiert und dennoch verständlich zu erläutern und in einfachen, aber plakativen Bildern darzustellen. Negatives wird dabei keineswegs ausgespart, im Gegenteil. Immer wieder kommt die Frage, ob die Welt nun fertig sei. Aber nein, niemals, es geht immer weiter. Nicht unbedingt immer zum Besseren. Der Mensch erfindet viel, seine Lebenssituation verbessert sich dadurch, aber er ist ein kriegerisches Wesen, das seine Umwelt ausbeutet und vieles zerstört.

Nun könnte man denken, dass das Buch einen hoffnungslos zurücklässt. Eigentlich scheint die dargestellte Situation tatsächlich hoffnungslos, aber es handelt sich hier um ein Buch für kleine Kinder, es wäre nicht schön, ihnen eine solche Zukunft ohne Ausweg zu präsentieren. Also hat die Autorin eine mögliche Lösung aufgezeigt.

Alles fließt … oder: Die Welt verändert sich ständig

Es gab immer Veränderung und wird immer Veränderung geben, ist die Botschaft dieses Buches. Der Mensch hat Einfluss auf seine Welt, er wollte immer mehr und hat nun die Folgen zu tragen.

Auch kleine Kinder bekommen schon die Debatten über Umweltschutz, Artensterben und Klimawandel mit. Dieses Buch erklärt ihnen, wie es dazu kam. Ich gehe davon aus, dass es bei den Kindern viele Fragen aufwerfen wird und eine gute Möglichkeit ist, mit ihnen über brennende aktuelle Themen ins Gespräch zu kommen.

Fazit: Ein beeindruckendes Bilderbuch für Kinder von 5 bis 7 Jahren über Evolution und den (negativen) menschlichen Einfluss auf unsere Welt, das dennoch Hoffnung lässt.

Kaia Dahle Nyhus: Die Welt sagte ja. Aus dem Norwegischen von Carsten Wilms. Kullerkupp 2019. 48 Seiten, Euro 17,90, ISBN 978-3-947079-00-1.

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2 Kommentare zu “Kaia Dahle Nyhus: Die Welt sagte ja

  1. Die Idee find ich gut. Allerdings habe ich nicht verstanden: wer ist wir? Wer ist dieser Erzähler, der im pluralis majestatis spricht, oder dieses Erzählkollektiv? Wird das irgendwo deutlich? – schlimme Geschehnisse für kleine Kinder komplett aussparen, das geht nicht, sie bekommens ja doch mit. Das Böse, den Tod und so weiter vor Kindern verstecken funktioniert schlicht nicht. Gerade deshalb gibt es ja Märchen, deshalb gibt es aber auch (keine Gleichsetzung! doch mit vergleichbarem Auftrag: Welterklären leicht gemacht) die Bibel und andere religiöse Werke und Erklärungsmuster, denn nicht nur die Kleinen sind damit alleingelassen komplett überfordert, sondern jeder. Das heißt aber auch, dass die Eltern oder Erzieher gewappnet sein müssen: auf diese Fragen und Diskussionen mit den Kleinen. Die gerne absolut setzen und einfache, überschaubare Lösungen vorziehen. Und mit sicherem Bohren den Finger in die Wunde setzen. Viel Spaß dabei! O, das war nicht nur ironisch, das kann wirklich sogar Freude machen, man muß nicht nur dem Kinde, man muß auch sich selbst eine Erklärung geben, vielleicht mal wieder das Gehirn einschlalten.

    • Wir, die Menschheit vom Beginn unserer Existenz bis heute.
      Manchmal merke ich ja in einer Rezension an, dass es sicher Redebedarf geben wird. Aber eigentlich finde ich das selbstverständlich, bei solchen einem Buch ganz besonders. Ich habe es immer sehr geliebt, wenn sich aus der Lektüre heraus Gespräche mit meinen Söhnen ergeben habe. Natürlich kann das bei solch einem Thema auch mal unangenehm werden, wenn die Kinder beispielsweise die eigene Lebensweise hinterfragen. Aber da muss man da durch,das gehört dazu, wenn man Kinder so erziehen möchte, dass sie zu kritischen, nachdenklichen Erwachsenen heranwachsen.

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