Rezension: Julie Fogliano, Lane Smith: Das Haus, das ein Zuhause war

Blick in die Vergangenheit

Als zwei Kinder durch einen Wald strolchen, entdecken sie in der Ferne ein altes, leerstehendes Haus. Es ist windschief, die Farbe blättert ab. Neugierig klettern die Kinder durch ein Fenster hinein. Sie betrachten die Räume und stellen sich vor, wer dort früher gelebt hat und was aus diesen Menschen geworden ist.

Wer war dieser Jemand, auf den seine Bücher gewartet haben, dessen Bett noch gemacht ist, dessen Bilder verblassen?

Fantasievoll erfinden die kleinen Besucher ein Leben für die früheren Bewohner. Am Ende kehren sie zurück nach Hause, in ein Haus, das wirklich noch ein Zuhause ist.

Eine Fantasiereise zum Weiterspinnen

Das leerstehende Haus und die Dinge, die sie darin entdecken, regen die Kinder zu einer Art Fantasiereise an. Wer waren die Bewohner, wovon träumten sie, warum sind sie fortgegangen? Haben sie sich womöglich verlaufen? Und wie geht es dem windschiefen Haus dabei? Wartet es womöglich darauf, bald wieder mit Leben erfüllt zu sein?

Die Gestaltung des Buches ist sehr ungewöhnlich. Weite Teile sind in Spritztechnik gestaltet, die Farben sind eher blass, die Bilder wirken traumhaft-schwebend. Die Vorstellungen der Kinder oder ihr genauer Blick auf einen Gegenstand, zum Beispiel auf ein Bild, sind viel konkreter, flächiger dargestellt. Spontan dachte ich, dass es eigentlich hätte umgekehrt sein müssen, aber eigentlich ist es egal, denn auch die reale Szenerie wirkt verwunschen und etwas unwirklich.

Der Text wirkt wie ein langes Gedicht, dessen Mittelteil aus einer langen Reihe von Fragen besteht. Er ist gut zu verstehen und lädt dazu ein, die Gedanken der Kinder weiterzuspinnen. Was denken die kleinen Zuhörer*innen, was mit den früheren Bewohnern passiert ist?

Fazit: Ein wunderschön gestaltetes Bilderbuch, das zum Mitreisen, zum Entdecken und zum Weiterspinnen einlädt. Für Kinder ab 4 Jahren.

Julie Fogliane, Lane Smith: Das Haus, das ein Zuhause war. Aus dem Amerikanischen von Uwe-Michael Gutzschhahn. Fischer Sauerländer 2019. 48 Seiten, Euro 16,00, ISBN 978-3-7373-5623-7.

Ich werde versuchen, alle Bücher zu besprechen, die für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert sind. Auf einer Übersichtsseite sammele ich Links zu allen Rezensionen.

__________________________________________________

WERBUNG (*)

Zur Verlagsseite – bei Amazon – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

(*) Nach dem Telemediengesetz sind Links auf Verlage, Shops und Affiliate-Links (hier: Amazon) als Werbung zu kennzeichnen, übrigens ganz unabhängig davon, ob das Buch ein Rezensionsexemplar ist oder selbst gekauft wurde. Ich bekomme kein Geld von den Verlagen, sie stellen mir lediglich ein Buch zur Verfügung. Das verpflichtet mich zu nichts, ich schreibe auch kritische Rezensionen oder verzichte ganz darauf, ein Buch zu besprechen. Meine Meinung ist nach wie vor unabhängig. Die Links sind ein Service für euch Blogbesucher, auf den ich nicht verzichten möchte. Lediglich über den Amazon-Affiliate-Link verdiene ich etwas Geld  – falls jemand etwas bestellt, nachdem er den Link benutzt hat, bekomme ich ein paar Cent.

Ein Kommentar zu “Rezension: Julie Fogliano, Lane Smith: Das Haus, das ein Zuhause war

  1. Pingback: Nominierungen für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020 ⋆ Kinderohren

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.