Ursi Breidenbach, Heike Abidi: Wetten, ich kann lauter furzen?

Wie man als Mutter von Jungs überlebt

Braucht man dazu einen Ratgeber? Die beiden Autorinnen, Mütter von zusammen 1,5 Söhnen, meinen ja. Sie zeigen auf humorvolle Weise die Klischees über Jungs auf, stellen aber gleichzeitig oft fest, dass sie auf ihre Söhne oder die Söhne von Freundinnen überhaupt nicht zutreffen. Klar, jeder Junge ist anders. Sie fragen sich auch, ob sich Frauen verändern, wenn sie Söhne bekommen bzw. ob sich Jungsmütter von Mädchenmüttern unterscheiden.

Zu einigen Themen wurden Psychologen befragt, z. B. warum Jungs so auf Waffen abfahren oder warum sie sich so unbeschwert in gefährliche Situationen begeben, manchmal im Biologiebuch nachgeschlagen. Manchmal gibt es am Ende eines Kapitels auch einen Test. Dabei stellte sich beispielsweise heraus, dass meine Söhne so gar keine Auto-Freaks sind (natürlich wusste ich das auch so schon). Das kindliche Matchboxauto-Spiel haben sie noch mitgemacht, dann stiegen sie aus und fahren heute lieber Flix-Bus und Bahn. Gelegentlich findet sich am Ende eines Kapitels auch eine Replik der jeweils anderen Mutter, bei deren Sohn das alles gar nicht zutraf oder die alles ganz anders erlebt hat.

Jungs sind anders – Mädchen auch

Es liegt in der Natur der Dinge, dass es einige Kapitel gibt, auf die ich mit „Genau! Genau so ist es!“reagiert habe, während andere auf uns überhaupt nicht zutrafen. Letzteres heißt allerdings nicht, dass ich die entsprechenden Situationen oder Typen nicht kenne. Schließlich haben meine Söhne Freunde, meine Freundinnen Söhne, und so hatte ich eigentlich bei jeder Beschreibung den dazu passenden Jungen vor Augen. Manchmal allerdings auch ein Mädchen.

Im Allgemeinen sind die Beschreibungen der beiden Autorinnen sehr ehrheiternd. Eben weil man sich und seine Familie oft darin wiederfindet oder weil man froh ist, dass genau dieses oder jenes nicht zutrifft oder weil es einfach so lustig geschrieben ist. Mithilfe des Buches kann man ein wenig sortieren: Was für ein Muttertyp ist man selber? In welche Kategorien passen die Söhne? Und da gibt es nicht nur die Autofreak-Fragen. Wie sieht es mit Sport und Bewegung aus? Sind sie auch konsequente Fleischesser? Geht ihnen ein Fleißsternchen als Motivator auch am Allerwertesten vorbei? Welche Lieblingsfilme muss man als Jungsmutter mitschauen? Wie sieht der ideale Urlaub aus?  Herrlich auch die Beschreibung der Entwicklung vom Schmutzfink zum Saubermann.

Wer seine Söhne besser verstehen will, dem sei das Glossar ans Herz gelegt (ich kann einen gewissen Stolz, fast alles gewusst zu haben, nicht unterdrücken). Lustig sind auch die Bingos: Söhne-Love-Bingo, Bullshit-Bingo, Mütter-Bullshit-Bingo. Na, wo kann man wohl schneller Kreuzchen machen? Ich beim Mütter-Bingo, ich bekenne mich schuldig.

Es geht aber durchaus auch um gewichtige Themen wie Pubertät und Aufklärung oder Regeln zum gelungenen Zusammenleben.

Sehr schön ist übrigens der Schluss: Zehn Gründe, warum es das Schönste auf der Welt ist, eine Jungsmutter zu sein. Nicht, dass ich mir nicht auch hätte vorstellen können, ein Mädchen zu bekommen. Aber ich war und bin gerne Jungsmutter und mag diese kleine Liebeserklärung.

Daumen runter für das Cover

Übrigens muss ich sagen, dass ich das Buch ziemlich sicher nicht gekauft hätte, wenn ich es in einer Buchhandlung hätte liegen sehen. Den Titel finde ich schlimm, das Cover noch schlimmer. Man stelle sich mal vor, man hätte in einem Buch über Mädchen eine Ziege für das Bild gewählt! Vielleicht bin ich humorlos, aber meinen Geschmack trifft das überhaupt nicht. Der Text spielt mit Klischees und hinterfragt sie, aber das kann man nicht erkennen, wenn man einen schnellen Blick auf das Buch wirft. Einen zweiten hätte es bei mir nicht gegeben. Ich hätte „Die ultimative Gebrauchsanleitung für Söhne“ aus dem Klappentext viel besser gefunden.

Fazit: Eine unterhaltsame Zusammenstellung dessen, was das Leben als Jungsmutter aussieht. Jede wird Kapitel finden, die perfekt auf sie passen. Und für die anderen kennt man die passenden Jungs.

Ursi Breidenbach, Heike Abidi: Wetten, ich kann lauter furzen? Wie man als Mutter von Jungs überlebt. Peguin 2019. 320 Seiten, Euro 10,00, ISBN 978-3-328-10305-9.

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Ich danke der Autorin für das Leseexemplar.

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