Corinna Gieseler: Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company

Erstens kommt es anders …

Eigentlich hätte diese Rezension – wie viele andere – schon vor Wochen erscheinen sollen. Wegen einer Augenverletzung durfte ich aber weder lesen noch am Bildschirm arbeiten. Das hat natürlich alle Pläne über den Haufen geworfen. Solltet ihr allerdings auf den letzten Drücker noch ein tolles weihnachtliches Buch kaufen wollen, kann ich euch dieses hier an Herz legen.

Hilfe, Weihnachten ist in Gefahr!

Freda ist vollkommen verblüfft, als sich herausstellt, dass ihr Kater Mr Livingstone sprechen kann. Dass er sie dann nach einem mysteriösen Anruf an den Nordpol bringt, weil ausgerechnet sie Weihnachten retten soll, ist allerdings noch verblüffender.

Freda spielt gerne am Computer und löst in ihren Spielen kniffelige Aufgaben, deswegen hält Mr Livingstone sie für geeignet, die Computerprobleme der Christmas Company zu lösen. Company? Ja, allerdings. Da gibt es nicht nur den Weihnachtsmann, auch einfach Chef genannt, sondern auch noch zahlreiche Delegierte aus aller Herren Länder, Kobolde, Engel und andere Wesen. Schnell stellt sich heraus, dass sie zur Lösung des Problems das Weihnachtsdorf verlassen müssen. Freda findet sich warm eingepackt auf einem Hundeschlitten wieder und erlebt spannende Abenteuer. Unterwegs wird das Essen knapp, unheimliche Begegnungen halten sie auf und ein Teil des Teams wird entführt. Freda muss immer wieder über ihren Schatten springen und Dinge tun, von denen sie niemals gedacht hätte, dass sie sie schaffen kann.

Währenddessen rückt Weihnachten immer näher. Ob sie das Rätsel rechtzeitig lösen können?

Charaktere mit Ecken und Kanten

Freda ist eine tolle Heldin, weil sie so wahnsinnig normal ist. Viele Kinder werden sich mit ihr identifizieren können. Sie ist kein Kind der Sorte, das herausragend intelligent, sportlich, geschickt, musikalisch oder was auch immer ist. Sie ist ziemlich normal, ein bisschen pummelig, nach der Schule spielt sie gerne am Computer. Als sie sich plötzlich in der Christmas Company wiederfindet und Weihnachten retten soll, hält sie sich nicht dafür geeignet und würde lieber wieder nach Hause zurückkehren, wo ihre Mutter sich bestimmt Sorgen macht. Aber damit kommt sie nicht durch. Erst als ihr nichts anderes übrig bleibt, ergibt sie sich ihrem Schicksal und macht sich daran, die Aufgabe zu lösen. Und siehe da, sie schlägt sich recht gut. Doch auch wenn sie ihre Sache gut macht, tat Freda mir manchmal ein wenig leid. Was sie möchte oder nicht, interessiert nämlich niemanden. Sie wird zum Spielball verschiedenster Interessen.

Mr Livingstone, den Freda als stinknormalen Kater erlebt hat, entpuppt sich im Laufe des Abenteuers immer mehr. Er kann nicht nur sprechen, sondern hat eine lange und interessante Geschichte, die hier nicht verraten werden kann. Jedenfalls stellt sich immer wieder heraus, dass er nicht der ist, der er zu sein scheint. Sympathisch ist er dabei nicht immer.

Auch Engel Serafin, der mit einem Engel, wie wir ihn uns für gewöhnlich vorstellen, nichts gemein hat, hat offensichtlich einiges zu verbergen. Dieser Charakter gefällt mir besonders gut. Er ist ist unabhängiger Geist, der immer wieder aneckt, aber seinen eigenen Weg geht. Irgendwie eine richtig coole Socke!

Der Kobold Junker hat einige Mühe, seine zusammengewürfelte Truppe beeinanderzuhalten. Er ist an sich nett, aber auch öfter mal muffelig – ein Kobold eben. Doch auch hinter ihm steckt mehr, als es zunächst scheint.

Abenteuer und Überraschungen

Sollte jemand gedacht haben, am Nordpol wäre nichts los, hat er sich definitiv geirrt. Delegierte aus aller Welt, Krampusse und andere fast vergessene Weihnachtswesen, Engel, Kobolde, Trolle – Gute und Böse sind unterwegs und verfolgen ihre eigenen Interessen. Auch innerhalb des Weihnachtsdorfes – hier modern Christmas Company genannt – gibt es Saboteure. Im Laufe der Jahrhunderte sind viele Weihnachtswesen fast in Vergessenheit geraten. Nun begehren sie dagegen auf – und Freda muss es richten.

Freda, die überhaupt keinen Durchblick hat, wer was warum erreichen möchte, geht deshalb recht unbedarft an die Sache heran, was manchmal hilfreich ist. Zum Glück stehen ihr Junker und Serafin hilfreich zur Seite, denn alleine könnte sie die Aufgaben nicht bewältigen.

Viele ungewöhnliche Gestalten und eine spannende Handlung machen das Buch zum weihnachtlichen Lesegenuss. Ganz nebenbei erfährt man ein wenig über Weihnachtstraditionen aus anderen Teilen der Welt. Zum einen tauchen Wesen wie Krampusse, der Lord of Misrule, Perchten, Julenisse oder Befana in der Handlung auf, zum anderen werden sie in einem Anhang vorgestellt.

Fazit: Ein spannendes Buch über Ereignisse rund um Weihnachten für Kinder von 10 bis 13 Jahren, das aber auch nach Weihnachten noch Spaß macht.

Corinna Gieseler: Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company. Hummelburg 2019. 288 Seiten, Euro 16,99, ISBN 978-3-7478-003-4.

Mehr Weihnachts- und Adventsbücher findet ihr hier.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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