Andreas Langer: Der dunkle Lord vom Kinderhort

Ärger im Hort

Lukas und seine Freunde aus der 4a, Selim, Gabriele und Jakub gehen sehr gerne in den Kinderhort. Es ist ihr letztes Jahr dort, das wollen sie so richtig genießen. Doch daraus scheint nichts zu werden. Plötzlich ist ständig die Luft aus ihren Reifen gelassen worden, auf den Stühlen liegen Reißzwecken, sie werden mit ekligen nassen Papiekügelchen bespuckt und dann fehlen auch noch die Mathehefte und tauchen in der Biotonne wieder auf. Dahinter kann doch nur dieser neue Junge stecken, Fridolin. Die vier nehmen Ermittlungen auf und beschließen, sich zu rächen. Doch irgendwie läuft das alles nicht so, wie sie es sich vorgestellt haben.

Muss man sich alles gefallen lassen?

Nein, das muss man nicht! Die vier Freunde stellen Nachforschungen an, um herauszufinden, wem sie die ganzen unangenehmen Überraschungen zu verdanken haben. Lukas denkt gleich, dass es Fridolin gewesen sein muss, der ihm unsympathisch ist, aber die anderen wollen niemanden vorverurteilen. Erst als es klare Beweise gibt, sind sie bereit, gegen Fridolin vorzugehen. Sie denken sich einen tollen Plan aus, der sich leider als gar nicht so toll herausstellt. Sie merken, dass es zwar richtig ist, sich gegen einen Mobber zu Wehr zu setzen, dass dabei aber nicht jedes Mittel erlaubt ist und sie ihr Ziel anders vielleicht besser erreicht hätten.

Mobing – mit den gleichen Waffen zurückschlagen?

Das Buch stellt sehr gut dar, wie das Mobbing abläuft. Es ist schön, dass die Freunde zusammenhalten und sich einen Plan ausdenken. Auch, dass dieser Plan nicht so klappt, wie sie sich das vorgestellt haben, finde ich sehr gut. So merken die Leserinnen und Leser, dass es wenig sinnvoll ist, einfach mit den gleichen Waffen zurückzuschlagen. So sind sie um keinen Deut besser als der ursprüngliche Angreifer und werden es hinterher auch schwer haben zu beweisen, dass ihre Taten nur einen Gegenreaktion waren. Die Kinder merken schließlich, dass es intelligentere Möglichkeiten gegeben hätten.

Versöhnung ist möglich

Lukas, Selim, Gabriele und Jakub finden schließlich heraus, warum Fridolin so gemein handelt. Er hat großen Frust, den er an ihnen auslässt. Natürlich rechtfertigt das seine Taten nicht, aber sie können ihn nun besser verstehen. Nachdem er sich entschuldigt hat, beginnen sie sogar, sich mit ihm anzufreunden. Auch das gefällt mir sehr gut. In dieser Geschichte wird nicht der Beginn einer lebenslangen Feinschaft geschildert, sondern gezeigt, dass die Kinder es aus dem Teufelskreis schaffen. Das gute Ende finde ich für die Altersgruppe der Leserinnen und Leser durchaus angemessen.

Das Buch eignet sich gut für Kinder, die schon recht gut lesen können. Die Schrift ist noch etwas größer, die Sprache einfach und altersgerecht mit viel wörtlicher Rede. Es gibt keine Bilder. Die Geschichte, die spannende und lustige Passagen hat, ist stimmig und lässt sich gut lesen. Die Charaktere der Kinder sind gut herausgearbeitet, Fridolins Vater ist etwas überzeichnet dargestellt, aber noch glaubwürdig. Auch die Streiche Fridolins sind realistisch. Man teilt die Empörung der Kinder und fiebert mit ihnen mit, wie sie ihr Problem wohl lösen werden.

Fazit: Mobbing und der Umgang damit sind wichtige Themen, die hier für Kinder von 8 bis 10 Jahren spannend umgesetzt werden.

Andreas Langer: Der dunkle Lord vom Kinderhort. BoD 2019. 188 Seiten, Euro 7,99, ISBN 978-3-74481810-0.

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