#Blogger for Future: Was kannst du fürs Klima tun?

Natürlich ist die Aufgabe der Politiker, an den großen Stellschrauben zu drehen. Doch jede und jeder von uns kann versuchen, sein Verhalten ein wenig zu ändern – denn wenn viele Menschen viele kleine Schritte machen, summiert sich das auch. Deswegen stelle ich zwei Bücher vor, die jeweils 100 Tipps geben, was man tun kann. Beiden Bücher geht es nicht nur ums Klima, sondern insgesamt um Nachhaltigkeit, Achtsamkeit und Umweltschutz.

Every Day for Future. 100 Dinge, die du selbst tun kannst, um das Klima zu schützen, nachhaltig zu leben und die Natur zu bewahren.

Dieses kleine Büchlein (Format Taschenkalender) stellt mal auf jeweils einer Doppelseite, mal auf einer Seite einen Tipp vor. Es werden jeweils zunächst Hintergrundinformationen gegeben und die Leserinnen und Leser dann aufgefordert, etwas Bestimmtes zu tun. Dann gibt es jeweils noch einen grünen Merkzettel, also ein Kästchen mit weiteren Infos.

Ein Beispiel: Tipp 1 sind Veggie-Tage für den Tierschutz. Hier wird zunächst erklärt, dass in Deutschland pro Jahr 750 Millionen Tiere pro Jahr geschlachtet werden und der Fleischkonsum pro Kopf und Jahr bei 60 kg liegt – was bedeutet, dass jeder von uns pro Woche über ein Kilo Fleisch isst. Dann geht der Text darauf ein, dass es im Prinzip noch mehr ist, da bereits viele Menschen Vegetarier oder Veganer sind. Der Vorschlag hier lautet, drei Veggie-Tage pro Woche zu machen. Würde das jeder tun, müssten nur noch die Hälfte der Tiere geschlachtet werden.
Im grünen Kasten wird dann noch ergänzt, wie viel Prozent der einzelnen Tiere tatsächlich verwertet werden – bei Rindern beispielsweise nur 40 bis 60 Prozent, der Rest wird weggeworfen.

Die weiteren Tipps sind an sich nicht neu: Leitungswasser trinken, eine eigene Tasche zum Einkauf mitnehmen, Kühlschrank nicht zu kalt einstellen, Stand-by-Geräte abschalten, weniger Klamotten kaufen, auf Geschenkpapier verzichten oder Alternativen suchen, keine Inlandsflüge machen, plastikfreie Radiergummis nutzen usw.

Das Inhaltsverzeichnis ist mit Checkboxen versehen, wo man abhaken kann, was man schon umgesetzt hat.

Ein (nicht näher ausgeführter) Teil des Verkaufserlöses wird an PRIMAKLIMA e. V. gespendet, ein gemeinnütziger Verein, der weltweit neue Bäume pflanzt.

Lebensnah und umsetzbar

Die Tipps in diesem Büchlein gefallen mir gut. Ich habe nicht einen einzigen gefunden, bei dem ich sagen würde, dass er sehr schwer umzusetzen ist. Beispielsweise wird nicht radikal gefordert, Vegetarier oder gar Veganer zu werden – dann würde ein Großteil der Leser gleich aussteigen. Aber drei Tage in der Woche, das ist doch zu schaffen, oder? Falls es problemlos klappt, kann man ja noch einen Tag mehr probieren. Und wenn nicht, ist trotzdem etwas erreicht.

Die meisten Tipps können die Kinder auch ohne ihre Eltern umsetzen, bei manchen brauchen sie natürlich Unterstützung. Aber beispielsweise abschaltbare Steckerleisten zu kaufen oder die Temperatur des Kühlschranks zu senken ist nichts, was wehtut. Und selbst falls die Eltern nichts von diesem Klimakram halten, interessiert es sie vielleicht trotzdem, wo sie sparen können.

Fazit: Brauchbare, umsetzbare Tipps. Klein, handlich, praktisch. Für Kinder ab 10 (wobei ich nicht sehe, warum Jüngere, die sich dafür interessieren, nicht damit klarkommen sollten).

100 Dinge, die DU für die ERDE tun kannst

Aufwendiger gestaltet ist dieses Buch. Das Format ist größer, die Seiten sind bunt. Die Tipps ähneln sich jedoch sehr – was meines Erachtens in der Natur der Dinge liegt. Aber natürlich gibt es durchaus auch Unterschiede. Die Tipps werden jeweils auf einer Doppelseite vorgestellt. Auch hier gibt es zunächst Hintergrundinformationen, dann folgen die Vorschläge, was man tun soll. Auch hier gibt es Kästchen mit Zusatzinfos, Rekorden, Schon-gewusst-Fragen und Ähnlichem. Manchmal stehen auch mehrere Tipps zu einem Bereich auf einer Seite.

Nummer 1 ist kein wirklicher Tipp, hier werden allgemeine Informationen über die Erde gegeben. Deswegen stelle ich beispielhaft Tipp 2 vor: Licht aus! Hier wird erklärt, dass man Geld spart und die Umwelt schont, wenn man Strom spart. Hier wird nicht nur dazu aufgefordert, das Licht auszumachen, wenn man den Raum verlässt, sondern auch gefragt, ob das Hintergrundlicht am Wecker leuchten muss – etwas woran man vielleicht nicht so leicht denkt. In einem Kästchen wird erklärt, was Kohlendioxid ist, in einem weiteren Kästchen auf die Earth Hour hingewiesen, die jedes Jahr im März stattfindet.

Auch hier sind die weiteren Tipps nicht neu: Die Spülmaschine nur anstellen, wenn sie voll ist, vor dem Kauf eines neuen Handys überlegen, ob es das alte nicht noch tut, Obst und Gemüse aus der Region kaufen, den alten Computer nicht wegwerfen, sondern verschenken, Bücher mit Freunden tauschen oder einen öffentlichen Bücherschrank nutzen usw.

Dieses Buch hat kein Inhaltsverzeichnis, also auch keine Übersicht über alle Tipps.

Ebenfalls umsetzbare Tipps

Auch die Tipps in diesem Buch sind lebensnah und umsetzbar, wenn auch teilweise etwas aufwendiger, z. B. einen Komposthaufen oder ein Kräuterbeet anzulegen. Optisch wird es den Leserinnen und Lesern vielleicht besser gefallen, weil es peppiger und auffälliger gestaltet ist. Das fehlende Inhaltsverzeichnis finde ich schade, denn so muss man immer das ganze Buch durchsuchen, wenn man einen Tipp wiederfinden möchte oder Tipps sucht, die in eine bestimmte Richtung gehen.

Fazit: Brauchbare, umsetzbare Tipps. Peppiger gestaltet. Für Kinder ab 8 Jahren.

Und welches Buch soll es nun sein?

Zunächst einmal bräuchte man die Büchlein nicht unbedingt, weil viele Tipps naheliegend sind. Dennoch denkt man einfach an manches nicht. Welches Buch man wählt, ist natürlich auch ein wenig Geschmacksache. Ich habe eine leichte Präferenz für das erste Büchlein. Erstens ist die Produktion nachhaltiger (kein Hochglanzpapier, weniger Farbe, kleineres Format), zweitens gefallen mir die Tipps ein wenig besser, drittens finde ich das Inhaltsverzeichnis zum Abhaken gut, gerade für Kinder mit ein wenig Ehrgeiz. Aber wenn ihr wisst, dass eure Kinder es gerne bunt und peppig haben, nehmt ruhig das zweite Buch!

Ulrike Bremm: Every Day for Future. 100 Dinge, die du selbst tun kannst, um das Klima zu schützen, nachhaltig zu leben und die Natur zu bewahren. Topp 2019. 144 Seiten, Euro 7,99, ISBN 978-3-7724-7172-8.

Janine Eck: 100 Dinge, die DU für die ERDE tun kannst. Schwager und Steinlein 2019. 224 Seiten, Euro 6,99, ISBN 978-3-8499-2261-0.

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WERBUNG (*)

Every Day for Future: zur Verlagsseite – bei Amazon – bei der Autorenwelt – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

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Dies ist ein weiterer Beitrag zur Aktion #BloggerforFuture, initiitert von Kinderbuchlesen.

Ein Kommentar zu “#Blogger for Future: Was kannst du fürs Klima tun?

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