Anna Schindler, Katrin Dageför: Robert räumt auf

Ein Bilderbuch übers Aufräumen

Die Eltern haben die Nase voll. Ständig müssen sie ihren beiden Kindern Kira und Niko hinterherräumen. Außerdem das Geschirr spülen, Wäsche waschen und sortieren und was sonst noch alles anfällt. Also sollen die Kinder helfen. Das sehen die aber anders.

Und wir können unmöglich den ganzen Tag aufräumen. Es gibt viel wichtigere Dinge. Zum Beispiel spielen!
„So geht das nicht weiter“, sagt Papa.
„Wir brauchen eine Hilfe“, sagt Mama.
„Eine, die aufräumt?“, frage ich.
„Eine, die mit uns spielt?“, fragt Niko.
„Eine für alles“, lacht Papa.

Dann passiert es: Plötzlich steht ein kleiner Roboter mit einem roten Regenschirm vor der Tür. Er sieht aus wie eine altmodische Mülltonne. Sie nennen ihn Robert.

Robert ist einfach wundervoll! Er räumt auf, spült, putzt die Fenster, bügelt, einfach alles! Die Wohnung sieht nun ordentlich aus und die Eltern haben viel Zeit, um mit Kira und Niko zu spielen.

Doch dann, nach und nach, ist es nicht mehr ganz so wundervoll. Robert scheint sich zu langweilen und macht merkwürdige Dinge. Die Familie überlegt sich neue Einsatzmöglichkeiten. Doch das ist gar nicht so einfach …

Der Traum aller Familien

Wenn es eine Sache gibt, über die es in den meisten Familien immer wieder Streit gibt, dann ist es das leidige Aufräumen. Die Kinder wollen lieber spielen und empfinden ihren Kram meistens auch gar nicht als unordentlich. Die Eltern wollen auch irgendwann einmal Zeit für sich haben und finden es blöd, wenn in jeder Ecke stinkige Socken auftauchen. Wäre da so ein Roboter nicht wundervoll? Ja! Ich kenne keine Familie, die Robert nicht mit Kusshand nehmen würde. Deshalb dürfte die Geschichte die meisten Kinder in einer sehr bekannten Situation abholen. Sie macht jedoch deutlich, dass man vorsichtig sein muss, was man sich wünscht. Auch mit der Ordnung kann man es übertreiben und Robert kennt seine Grenzen nicht.

Auf den ersten Seiten verführt Roberts Anwesenheit die Charaktere im Buch, aber auch die Leser*innen zum Träumen. Hach, wäre das herrlich! Aber dann eskaliert Robert. Er räumt auf, was die Familie eigentlich noch benutzen wollte. Und auch auf dem Spielplatz und dem Wertstoffhof übertreibt er maßlos. Das bringt viel Stoff zum Lachen. „Stell dir mal vor, der würde das auf unserem Spielplatz machen …!“

Robert ist super-niedlich. Er sieht goldig aus und ist eine wahnsinnige Hilfe. Anfangs stört nur sein ständiges „Pling! Täck! Schepper!“ etwas. Nur dass so ein Roboter keine Erholungspausen braucht, sondern ständig etwas zu tun haben will, erweist sich mit der Zeit als nachteilig.

Die Familie ist ziemlich durchschnittlich: Vater, Mutter, zwei Kinder. Beide Eltern packen gleichermaßen im Haushalt an, hier sind keine Geschlechterklischees zu erkennen.

Fantasievolle Alltagsgeschichte

Der humorvolle Text ist schon recht umfangreich und enthält viel wörtliche Rede. Alles ist gut verständlich. Die Idee ist lustig und gut umgesetzt.

Die Bilder, in nicht knalligen, pudrigen Farben, zeigen gut das Familienleben – zuerst im Chaos, dann in der perfekt aufgeräumten Wohnung. Wer genau hinschaut, kann viele niedliche Details erkennen. Bei den herumfliegenden Spielsachen werden die Kinder viel entdecken, was sie aus dem eigenen Kinderzimmer oder dem Kindergarten kennen. Das macht Spaß. Und wenn Papa mit angewidertem Gesicht eine Socke aus der Kaffeetasse zieht, kann man sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Am liebsten sortiert Robert nach Farben. Bei den Büchern und Handtüchern ist das okay, auf dem Wertstoffhof sorgt es für wenig Begeisterung. Die Katze schaut als Erste unzufrieden drein, weil Robert ihr eine Schleife ins Fell gebunden hat. doch auch wenn es so viel zu entdecken gibt, sind die Bilder nicht wimmelig, sondern man behält leicht den Überblick.

Fazit: Eine rundum gelungene Geschichte für Kinder ab 4 Jahren, die den Traum aller Kinder erzählt: ein Roboter übernimmt das leidige Aufräumen. Doch leider stellt sich heraus, dass das auf Dauer gar nicht so traumhaft ist. Herrlich!

Jetzt habe ich nur noch einen Wunsch. Könnte Robert bitte mal für ein paar Wochen bei mir vorbeikommen? Für eine gründliche Grundreinigung? Den Keller und den Dachboden? Den riesigen Stapel Bügelwäsche? Auch die Fenster müssten dringend mal geputzt werden. Ich schicke ihn danach auch weiter – sobald er aus Langeweile anfängt, unsere Bücher nach Farbe zu sortieren. Versprochen!

Anna Schindler, Katrin Dageför: Robert räumt auf. Edition Pastorplatz 2020. 34 Seiten, Euro 14,00, ISBN 978-3-943833-36-2.

Andere tolle Bilderbücher von der Edition Pastorplatz sind zum Beispiel Ich bin Mimi und Wenn Line nachts nicht schlafen kann.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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