Rezension. Dennis Zemella: Nebelfee. Das verwünschte Einhorn

Rezension. Dennis Zemella: Nebelfee. Das verwünschte Einhorn

Verwünscht und zugenäht!

Die Cousinen Charlie und Frida sehen eine Sternschnuppe. Eigentlich wollen sie sich ein Einhorn wünschen, aber sie albern ein wenig herum. Das Ergebnis landet in Charlies Zimmer: ein kleines, hässliches, pubsendes Wesen, das behauptet, ein Einhorn zu sein. O je!

Der schildkrötenförmige Stein, der sich tatsächlich als herabgefallene Sternschnuppe entpuppt, kann sogar sprechen. König Schildkröte zeigt den beiden Mädchen den Weg ins Reich der Fantasie und der Märchen. Dort wollen sie Glimmer finden, der es ihnen ermöglichen würde, ihre Spiegel so zu verzaubern, dass sie sich jederzeit treffen können. Auf ihrer Suche lernen sie zahlreiche Fabelwesen kennen, nette und böse, und erleben zahlreiche Abenteuer.

Fantasievolle Märchenwelt

Erstklässlerin Charlie und ihre Cousine Frida, die noch in den Kindergarten geht, sind ganz normale Mädchen mit viel Fantasie. Sie glauben noch an Magie und verzauberte Welten, was ihre abenteuerliche Reise erst möglich macht. Sie sind meistens mutig, stärken sich gegenseitig und finden die Unterstützung zahlreicher Wesen. Doch sie treffen auch böse Gestalten, die ihnen Übles wollen. Dabei entdecken sie, wie wichtig es ist, an sich selbst und seine Fähigkeiten zu glauben und seinen Freunden beizustehen. Auch wenn die Mädchen manchmal ein wenig naiv sind, sind sie herzensgut, voller Energie und Tatkraft. Und so gehen sie ihren schwierigen Weg erfolgreich.

Mein Lieblingscharakter ist aber Emma, ein Stinkepubling aus der Familie der Rülpshörner, die so gar nicht so aussieht (und riecht), wie Charlie und Frida sich ein Einhorn vorgestellt hatten. Sie leidet sehr darunter, dass alle sie für hässlich und stinkig halten. Im Laufe der Zeit findet sie aber heraus, dass sie ein wundervolles Talent hat, und erfährt, dass wahre Schönheit wenig mit dem wirklichen Aussehen zu tun hat. Dennoch wünscht sie sich eine Veränderung.

Die Geschichte steckt voller Gestalten, die teils aus Märchen und Fabeln bekannt, teils neu erfunden sind. Die Mädchen treffen auf Reinecke Fuchs, Hänsel und Gretel, Einhörner und Nachtmähren, Spinnerinnen, Glimm-Bart, den Weltenwurm und viele andere. Manche Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen, den ständig reimenden Fuchs Pjim fand ich allerdings auf Dauer arg anstrengend.

Die schwierige Altersfrage

Sprachlich ist der Text anspruchsvoll, die Wortwahl ist teilweise gehoben. Pijms Texte sind wirklich gut gereimt, aber teilweise sehr lang. Das finde ich für Kinder ziemlich schwierig. Einige schwarz-weiße Zeichnungen lockern den Text auf, aber insgesamt ist es sehr viel Text.

Mir gefällt die überbordende Fantasie des Autors sehr gut. Er hat eine umfassende, in sich stimmige Fabelwelt geschaffen, in der zwei Mädchen zu strahlenden Heldinnen werden. Werte wie Freundschaft und Zusammenhalt werden betont, aber auch die Fähigkeit, an sich selbst zu glauben. Viele liebevolle Details machen die Lesereise zu einem Abenteuer.

Das klingt nach eine unbedingten Empfehlung, die ich jedoch nicht geben kann. Warum? Es fällt mir schwer zu entscheiden, für welche Altersgruppe das Buch geeignet ist. Auf der Website des Autors wird angegeben von 5 bis 12 Jahre, als Lese- oder Vorlesebuch, auf dem Buch selbst steht ab 7. Eine so breite Zielgruppe funktioniert so leider nicht, auch wenn Autoren sich das oft wünschen. Zum Selberlesen müssten die Kinder schon recht gut lesen können, also würde ich sagen, es passt für Kinder ab 9 Jahren. Aber: Die Protagonistinnen sind 5 und 7. Zwölfjährige wollen nichts über Kindergartenkinder lesen, das ist für sie Babykram. Kinder orientieren sich eher an Älteren. Zum Vorlesen für Kleine mag es gehen, dafür ist es aber recht umfangreich und komplex. Wenn die Kinder gut und ausdauernd zuhören mögen, wird es klappen. Schade, dass Charlie und Frida nicht älter sind, dann hätte es ein tolles Buch für Kinder ab 8 oder 9 Jahren werden können.

Fazit: Zwei Mädchen erleben ein spannendes Abenteuer in einer fantasievoll entworfenen magischen Welt und erfahren, wie wichtig Zusammenhalt und Freundschaft sind.

Dennis Zemella: Nebelfee. Das verwünschte Einhorn. Gekaterter Stiefel 2019. 268 Seiten, Euro 11,00, ISBN 978-3-9820987-0-8.

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Ich danke dem Autor für das Rezensionsexemplar.

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