Irene Zimmermann: Ferris. Ein Kater sieht rot

Irene Zimmermann: Ferris. Ein Kater sieht rot

Ein äußerst eigenwilliger Kater

Ferris hat seinem Straßenkaterleben ein Ende bereitet und ist in der leerstehenden Villa eines Fabrikanten eingezogen. Das Fantastische an dieser Villa ist nicht nur, dass es viel Paltz für ihn gibt und einen wundervollen Schlafplatz in der Waschnmaschine. Nein, der ehemalige Besitzer hatte eine Dosenfabrik und im Keller gibt es eine Hinterlassenschaft von 46 Kartons voller Konserven Hering in Tomatensoße. Ein Paradies für den Kater, der nur Fisch mag! Allerdings gibt es da ein kleines Problem: Ferris kann die Dosen nicht öffnen. Niemand kann das, egal mit welchem Werkzeug. Nicht einmal sein neuer Hausmeister, der Waschbär Rüdiger bekommt das hin. Nur die beiden Mäuse Alice und Marlene mit ihren spitzen Mäusezähnen schaffen es, die Dosen zu öffnen.

Als Alice und Marlene spurlos verschwinden, macht sich der hungrige Ferris auf die Suche. Rüdiger und sein Sicherheitsberater, das übernervöse Eichhörnchen Uwe, unterstützen ihn dabei. Schließlich finden sie heraus, dass die Mäusemädchen entführt wurden. Ein Abenteuer beginnt, bei dem sie es mit dem grummeligen Nachbarn Otti Knirschke und mit Ferris’ Feindin, der eingebildeten Katze Queen zu tun bekommen.

„Hering“, sagte Uwe erfreut und hüpfte von seinem Rücken. „Warum hast du das nicht gleich gesagt? Oh, sieh mal, da kommt jemand! … HERING. HERING. HERING.
„Hä?“, machte Rüdiger, der plötzlich vor ihnen stand. „Aber hallo! Wo gibt’s hier Hering?“
„Das! Ist! Unser! CODEWORT!“, sagte Uwe mit Nachdruck und verdrehte entnervt die Augen.

Aufregendes Abenteuer

Ferris ist kein liebenswerter Charakter, den man sofort ins Herz schließt. Er ist ruppig, unfreundlich und voller Ecken und Kanten. Und lange denkt man, dass er die beiden kleinen Mäusemädchen nur mag, weil sie seine Dosen öffnen. Doch mit der Zeit erkennt man, dass sich hinter seiner rauen Schale doch ein gutes Herz verbergen muss. Auch die anderen Charaktere haben Ecken und Kanten. Uwe ist übernervös und geht einem mit seinem ständigen KA-KA-KA-KATASTROPHE ein klein wenig auf die Nerven. Es stellt sich aber heraus, dass er ganz patent ist. Hausmeister Rüdiger geht es zunächst vor allem um eine warme Unterkunft für den Winter. Doch stellt sich heraus, dass er ein hervorragender Baster ist, wenn seine Basteleien auch ein wenig unkonventionell sein mögen. Vor allem ist er super im Improvisieren, eine Eigenschaft, die den dreien sehr zugute kommt. Selbst Nachbar Otti Knirschke ist nicht eindimensional.

Auf der Suche nach Marlene und Alice geht natürlich nicht alles glatt. Die drei treffen weitere originelle Tiere wie die Wanderratte Jenny-Lou, die eine Mäusedisco betreibt, und den Raben Jonny, Gründer des Startups Jonnys Lufttaxi. Zwar ist die Geschichte ziemlich spannend, aber vor allem ist sie herrlich lustig. Ein Missgeschick nach dem anderen behindert Ferris und seine Mitstreiter auf ihrer Suche, doch mit cleveren Ideen, viel Durchhaltevermögen und ein wenig Glück erreichen sie ihr Ziel.

Eine illustrierte Personenliste am Anfang hilft, die Handelnden kennenzulernen. Bereits diese Beschreibungen sind sind lustig und machen neugierig auf das Buch. Auch im weiteren Verlauf des Buches finden sich viele lustige farbige Illustrationen von Stephanie Jeschke. Außerdem lockern einige typografische Elemente den Text auf.

RÜDIGER

Gutmütiger Waschbär mit Hausmeisterdiplom und Kenntnissen in Ballettanz. Hält die Villa in Schuss.
Auffällige Kennzeichen: Neigt zum Kaputtreparieren, liebt Schaumbäder und Snacks.

Der Text lässt sich gut lesen. Er zeichnet sich durch viele witzige Dialoge aus. Die Handlung schreitet rasch voran und überschlägt sich gelegentlich fast, ohne jedoch zu aufregend zu werden. Obwohl, als Otti Knirschke die Freunde mit dem Gewehr verfolgt, hält man doch einmal den Atem an. Aber natürlich geht diese Szene – wie alle anderen – für die Freunde gut aus.

Fazit: Ein lustiges Abenteuer mit einer Menge origineller und starker Tier-Charaktere für Kinder ab 8 Jahren oder zum Vorlesen für Jüngere.

Irene Zimmermann: Ferris 1. Ein Kater sieht rot. Orell Füssli 2019. 184 Seiten, Euro 14,95, ISBN 978-3-280-08011-5.

__________________________________________________

WERBUNG (*)

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei der Autorenwelt – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

(*) Nach dem Telemediengesetz sind Links auf Verlage, Shops und Affiliate-Links (hier: Amazon) als Werbung zu kennzeichnen, übrigens ganz unabhängig davon, ob das Buch ein Rezensionsexemplar ist oder selbst gekauft wurde. Ich bekomme kein Geld von den Verlagen, sie stellen mir lediglich ein Buch zur Verfügung. Das verpflichtet mich zu nichts, ich schreibe auch kritische Rezensionen oder verzichte ganz darauf, ein Buch zu besprechen. Meine Meinung ist nach wie vor unabhängig. Die Links sind ein Service für euch Blogbesucher, auf den ich nicht verzichten möchte. Lediglich über den Amazon-Affiliate-Link verdiene ich etwas Geld – falls jemand etwas bestellt, nachdem er den Link benutzt hat, bekomme ich ein paar Cent.