Ein Arbeitstag bei der Feuerwehr
Als ich vor einiger Zeit im Blog, auf Facebook und persönlich nach beliebten DDR-Kinderbüchern fragte (die Auswertung wird leider noch ein wenig dauern), wurde ein Titel immer wieder genannt, oft sogar als Erstes: Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt. Und das ist kein Wunder, denn es handelt sich wirklich um einen zeitlosen Klassiker:
Immer wieder wollen die Feuerwehrmänner Kaffeepause machen. Aber spätestens, wenn sie einmal in ihr mitgebrachtes Brot gebissen haben, klingelt das Telefon und sie müssen raus zu einem Einsatz. Dann wird der Kaffee in ihren Tassen kalt.
„Guten Appe…“, erwidern die Feuerwehrleute – plötzlich aber schillt das Telefon:„Brimmbrimmbrrimm!“
Löschmeister Wasserhose nimmt den Hörer ab.
„Hier ist die Feuerwehr“, sagt er. „Was, wo? Bei Oma Eierschecke in der Kaffeestraße? In Ordnung! Alarm, Jungs!“ Und er springt auf und rennt zur Rutschstange. „Sst“ – ist er unten.
Sie fahren zu Oma Eierschecke in die Kaffeestraße und löschen den Brand, den Glut aus ihrem Ofen verursacht hat, weil sie kein Ofenblech hat. Danach müssen sie einen kleinen Jungen retten, der ins Eis eingebrochen ist und später geht es in den Tierpark, wo ein großer Baum umgestürzt ist, direkt vor den Eingang vom Futterhaus. Die Tiere haben Hunger, es eilt!
Zurück in der Feuerwache setzen sich alle wieder an den langen Tisch.
Und da …
Da ist unsere Geschichte zu Ende.
Denn sonst bimmelt wieder das Telefon!
Retten, löschen, bergen
Auf sehr humorvolle Art wird in diesem Bilderbuch geschildert, welche Aufgaben Feuerwehrleute haben. Hier pumpen sie Wasser aus einem Keller, löschen ein Feuer, retten ein Kind aus einer Notlage und beseitigen einen Sturmschaden. Ganz nebenbei werden auch ein paar wichtige Informationen gegeben: Vor einen Ofen gehört ein Ofenblech und niemand sollte einfach aufs Eis gehen! Aber das ist nicht die Hauptsache. Die Schilderung ist äußerst lebendig, die Namen bringen die kleinen Zuhörer zum Lachen (Emil Zahnlücke, Oma Eierschecke, Löschmeister Wasserhose). Dass der kleine Wachtmeister Meier immerzu Hunger hat ist ein Running Gag – am Ende stellt sich heraus, dass er „nie mehr als zwölf!“ Stullen am Tag isst. Natürlich warten die Kinder schon auf das Klingeln des Telefons, sobald die Feuerwehrleute wieder um den Tisch sitzen und der Kaffee ausgeschenkt wird.
Zu dem schwungvollen Text passen die oft doppelseitigen Bilder sehr gut, die voller Dynamik sind. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass dies ein älteres Buch ist und die Feuerwehr nicht die allerneueste Technik nutzt. Aber gerade das macht den Charme des Buches aus. Und die Aufgaben, die für kleine Kinder gut verständlich sind, haben sich letztlich nicht verändert. Das Buch ist eindeutig nicht nur etwas für Nostalgiker, sondern bereitet auch heute den Lesern viel Freude.
Fazit: Ein toller Klassiker für alle kleinen Feuerwehr-Fans ab 4 Jahren.
Hannes Hüttner, Gerhard Lahr: Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt. Beltz 1999 (ursprünglich 1969), 32 Seiten, Euro 9,95, ISBN 978-3-407-77082-0.
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Habe ich selbst als Kind gelesen und lese es nun meinen Kids vor. In diese Reihe passt auch „Jochen, der nicht aufräumen wollte” oder „Jörg, der Zahnweh hatte”, „Bettina bummelt” und viele mehr. Zum Glück gibt es diese Klassiker seit 2009 für Ost- und auch Westkinder als Sammelbände beim Beltz Verlag, 4 müssten es mittlerweile sein.
Ich habe gehört, in den Sammelbänden sollen die Geschichten gekürzt sein. Stimmt das?
Die Geschichten nicht, aber weniger Bilder. Leider! 1
Ach, das ist schade. Ich hatte überlegt, die Sammelbände für meine Kinderbibliothek zu kaufen.
Ich finde die Sammelbände trotzdem klasse. Ist halt ein Kompromiss, der eingegangen wurde. Ich empfand es nicht als störend, es fällt halt auf. Bei mir mit der Geschichte vom Jochen, der nicht aufräumen wollte, welches ich als Kind verschlungen habe, oder Bettina bummelt. Aber die Geschichten sind immer noch die gleichen und immer noch gut. Letztendlich sind es ja die eigenen Erinnerungen, die daran hängen und die Kinder heute wissen davon ja nichts. Ich würde trotzdem sagen: Kaufen! Vor allem, weil viele der Geschichten als Einzelband nicht mehr erhältlich sind.