Tina Schilp, Silvan Borer: Frida Vogelnest

Anders sein: gut oder schlecht?

Frida hat ungewöhnliche Haare, die sie über alles liebt. Sie stehen weit um ihren Kopf herum ab und sind so üppig, dass sie alle möglichen Dinge darin verstecken kann, zum Beispiel Stifte. Die anderen Kinder im Kindergarten finden ihre Frisur allerdings doof und lachen sie deswegen aus. „Frida Vogelnest“ nennen sie sie. Dann klettert Frida auf einen Baum, wo sie ihre Ruhe hat. Eines Tages passiert etwas: Erst landet ein Spatz auf ihren Haaren, dann immer mehr. Frida ist begeistert, klettert herunter und gräbt Regenwürmer für die Tiere aus, die sie in ihre Locken steckt. Das finden die anderen Kinder jetzt richtig eklig. Aber Frida lässt sich nicht beirren, sie findet die Vögel toll. Doch dann hat ihre Mutter die Nase voll und schleppt sie zum Friseur. Beim Haareschneiden flattern zuerst die Vögel davon, dann tauchen immer mehr Sachen auf.

Aus Fridas Haaren purzeln eine Hängematte, ein Eis mit drei Kugeln (Erdbeer, Pistazie, Banane), ein Schraubenzieher, ein alter Kommodenschrank, eine Gießkanne aus Blech und ein Indianer.
„Da ist ja mein Roller, den habe ich lange gesucht!“, freut sich Frida.

Für den Roller interessieren sich nun auch die anderen Kinder. Aber Frida ignoriert sie und fährt fröhlich davon.

Starke Heldin

Frida ist ein sehr selbstbewusstes Mädchen. Natürlich leidet sie darunter, dass die Kinder im Kindergarten sie auslachen und nicht mit ihr spielen. Aber sie liebt ihre Haare und mag sich so, wie sie ist. Freunde findet sie in den Vögeln. Als sie am Ende „normaler“ aussieht und die anderen Kinder plötzlich mit ihr spielen wollen, weil sie einen tollen Roller hat, fährt sie ihnen davon. Verständlich, aber stark, dass sie nicht einknickt, nur um endlich akzeptiert zu werden. Aber mal ehrlich, Vroni, Toni und Moni sind wirklich keine Kinder, die man unbedingt zu Freunden haben möchte. Da kommt bestimmt irgendwann jemand Netteres daher.

In diesem Bilderbuch vermischen sich Realität und Fantasie. Frida, die ärgernden Kinder im Kindergarten, das ist absolut real. Die Vögel in den Haaren? Hm, vielleicht. Beim Friseurbesuch sprudelt dann die Fantasie zur Freude der zuhörenden Kinder. Was kommt da alles aus den Haaren? Stifte, nun gut. Aber Kommode, Indianer und ein nicht geschmolzenes Eis? Herrlich! Diese skurrile Mischung gefällt mir sehr gut.

Die Bilder sind einfach, flächig, auf die wichtigsten Elemente fokussiert. Der Text ist der Altersgruppe angemessen und gut verständlich.

Eine Kleinigkeit hat mir nicht so gut gefallen: Spatzen fressen keine Regenwürmer.

Fazit: Eine lustige, etwas skurrile Geschichte um ein starkes Mädchen, das zu seiner Individualität steht, für Kinder ab 5 Jahren.

Tina Schilp, Silvan Bohrer: Frida Vogelnest. Helvetiq 2018. 44 Seiten, Euro 14,00, ISBN 978-2-940481-39-2.

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