Popy Matigot: Ihr da oben!

Hoch hinaus!

Eines Tages baut ein Wolkenheimer sein Haus auf Stelzen. Schnell machen die anderen es ihm nach. Es ist so toll, hoch oben zu wohnen, mit herrlicher Aussicht und freiem Blick auf die Sterne. Doch ein Problem gibt es: Man muss schrecklich viele Stufen klettern. Also gehen die Leute immer seltener hinunter und wenn versuchen sie, nichts zu vergessen. Deshalb gibt es immer weniger Kontakte. Doch ein Kind, Matti, klettert gerne. Deswegen wird er zum Boten. Hinauf und hinab trägt Matti Botschaften hin und her. Doch als das mit der Zeit immer mehr wird, kommt er durcheinander und verändert die Nachrichten oder richtet sie den falschen Leuten aus.

So kam es, dass ich Herrn Schlemmerlein mitteilte, was ich eigentlich Frau Baba ausrichten sollte. Und Fräulein Kuddelmuddel erzählte ich etwas, das man eigentlich vor ihr geheim halten wollte!

Am Ende sind alle sauer, niemand redet mehr mit den anderen und Matti hat nichts mehr zu tun. Doch eines Tages hat er die Nase voll. Er holt alle auf den Boden und schaut, was nun passiert …

Stille Post!

Die Bewohner von Wolkenheim leben wortwörtlich in den Wolken, abgehoben von den Problemen der Welt. Sie wollen mit den anderen gar nichts zu tun haben und genießen es, für sich zu sein. Nur blöd, dass man den anderen gelegentlich doch mal etwas mitteilen möchte: dass die Musik zu laut ist, dass beim Gießen aufgepasst werden sollte oder dass es eine Mondfinsternis geben wird. Doch die Leute sind viel zu faul, für solche kleinen Nachrichten hinab und woanders wieder hinaufzusteigen. Wie gut, dass es Matti gibt. Doch als die Nachrichtenmenge anschwillt, ist das Kind überfordert. Nun sind alle sauer. Matti schaut sich das eine Weile an, dann holt er sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Nun sind die Menschen gezwungen, sich wieder miteinander zu beschäftigen. Das führt erst einmal zu einem heftigen Streit. Am Ende muss Matti zwar keine Stufen mehr laufen, hat aber viele Freunde gewonnen.

Ohne Umwege kommunizieren

Ich finde es herrlich, wie in diesem Buch gezeigt wird, dass das Bedürfnis, einmal allein zu sein, auch übertrieben werden kann und unangenehme Folgen hat. Dass es einfacher ist, direkt zu kommunizieren als über einen Boten, der Fehler machen und Nachrichten verändern kann. Und dass die Menschen glücklicher sind, wenn sie nicht mehr einsam leben, sondern unter ihresgleichen.

Die sehr reduzierten, grafischen Bilder passen sehr gut zum Stil der Geschichte. Sehr schön ist illustriert, wie Matti den Faden verliert und alle sich auf einmal in einem riesigen Wollknäul verheddern. Der Text ist knapp, auf manchen Seiten gibt es einzelne Wörter in Sprechblasen, auf anderen folgt der Text Leitern, die kreuz und quer durchs Bild ragen. Der Umschlag ist aus dicker Pappe, die Seiten aus etwas festerem Papier.

Wie wirkt Sprache: Man kann damit diskutieren, man kann streiten, man kann sich aber auch zusammen freuen und feiern. Kommunikation auf Umwegen, zum Beispiel über Boten, birgt dagegen Gefahren. Wie leicht kann es zu Missverständnissen kommen! Das zeigt dieses Buch sehr eindrücklich.

Fazit: Am besten ist es, immer direkt mit den anderen zu sprechen. Umwege können für Missverständnisse sorgen. Eine lustige Geschichte mit nachdenklich machendem Kern für Kinder von 5 bis 7 Jahren.

Popy Matigot: Ihr da oben! Helvetiq 2019. 28 Seiten, Euro 14,00, ISBN 978-3-940481-56-9.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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