Katrin Hahnemann: Neil Armstrong. Der erste Mensch auf dem Mond

Ein kleiner Schritt für einen Menschen …

Am 20. Juli jährt sich die Mondlandung zum fünfzigsten Mal. Ich war damals gerade ein gutes Jahr alt, habe also nichts davon mitbekommen. Aber viele Menschen erinnern sich noch an die aufregende Nacht der Mondlandung, die sie am Fernseher miterlebten. Bekanntermaßen betrat damals Neil Armstrong, der Kommandant der Mission, als Erster Mensch den Mond. Jeder kennt diesen Namen, aber was für ein Mensch war Neil Armstrong eigentlich?

Dieses Buch beschreibt Neil Armstrongs Leben von seiner Kindheit, in der er häufig umzog und in der schon früh sein Interesse für Flugzeuge erwachte, über seinen Einsatz als Kampfpilot im Koreakrieg und sein Studium der Luftfahrttechnik bis hin zu seiner Beschäftigung als Forschungspilot bei der NACA, bevor er schließlich bei der NASA Teil des Raumfahrtprogramms wird. Immer wieder setzt er sich gegen Konkurrenten durch, weil er ein sehr großes technisches Verständnis hat, während die Kollegen oft nur intuitiv handeln, und auch in Gefahrensituationen schnell, ruhig und überlegt handelt. Mehrmals gerät er in Lebensgefahr, doch er reagiert immer richtig – genau das überzeugt seine Vorgesetzten von ihm.

Ausführlich werden dann das Gemini- und das Apolloprogramm dargestellt und natürlich die Mondlandung selbst.

Während sich die Eagle nun der Mondoberfläche nähert, kommt plötzlich ein ALARM VOM COMPUTER: Fehler 1202! Was bedeutet Fehler 1202? Das Kontrollzentrum in Houston muss schnell entscheiden, ob die Landung ABGEBROCHEN werden muss. Zum Glück ist der Alarm ungefährlich, ein Problem mit dem Rendez-vous-Radar.

Doch alles geht gut und Armstrong betritt als erster Mensch den Mond. Der Rummel um die drei Astronauten nach der glücklichen Rückkehr auf die Erde ist groß. Armstrong nimmt das gezwungenermaßen hin. Anschließend bleibt er noch eine Weile bei der NASA und arbeitet dort in der Verwaltung, wird schließlich Professor für Luftfahrttechnik und ist danach im Vorstand verschiedener Unternehmen tätig, die er berät.

Auch sein nicht immer einfaches Privatleben wird geschildert, beispielsweise starb seine Tochter noch als Kleinkind, bei einem Brandwaren im eigenen Haus gerieten die beiden Söhne in Gefahr und einige seiner Kollegen, die auch Freunde und teilweise Nachbarn waren, überlebten ihren gefährlichen Beruf nicht. Armstrong war ein sehr bescheidener Mann, der den Rummel um ihn nie mochte.

Wie ist die Reise zum Mond aus heutiger Frage zu bewerten? Und was hat es mit den vielen Verschwörungstheorien auf sich, die behaupten, die Mondlandung habe niemals stattgefunden? Auch diesen Fragen widmet sich das Buch.

… ein großer Sprung für die Menschheit

Ausführlich berichtet Hahnemann über Neil Armstrongs Leben und die Weltraummissionen der USA. Dabei werden naturgemäß viele technische Einzelheiten erwähnt, die meist gleich erläutert werden, sodass der Inhalt gut verständlich ist. Während der Teil über Neil Armstrongs Kindheit und Jugend nicht so super spannend ist, wird es richtig interessant, sobald von seiner Arbeit als Testpilot und später für die NASA die Rede ist. Der Bericht über die Apollo-11-Mission ist dann richtig aufregend. Vor allem haben mir dabei die vielen Details gefallen, die ich noch nicht wusste, zum Beispiel dass die Aluminiumwände der Mondlandefähre Eagle nur 0,3 Millimeter dick waren, etwa wie drei Lagen Alufolie. Okay …

Kinder finden auch solche Informationen sehr interessant:

Der ANZUG für die Mondreisenden hat eine zusätzliche Besonderheit: In der Unterwäsche verlaufen lauter kleine Schläuche. Darin befindet sich KÜHLENDE FLÜSSIGKEIT, damit die hohen Temperaturen auf dem Mond ihnen nichts ausmachen.

Die Mischung aus biografischen Fakten, technischen Informationen, spannenden Berichten der Weltraummissionen und „Nerdwissen“ ist für meinen Geschmack gut gelungen.

Der Adler ist gelandet

Der Text lässt sich recht gut lesen, stellenweise finde ich ihn allerdings anspruchsvoll. Auch ist die Frage, ob sich Kinder für alle biografischen Details interessieren. Doch im Zweifelsfall können sie ja zum spannenden Weltraumprogramm vorblättern. Ich persönlich fand das alles sehr interessant, deswegen denke ich, dass auch Erwachsene, die nicht so viel über Armstrong wissen, ihren Spaß an dem Buch haben können.

Im Text finden sich viele Wörter oder Sätze, die blau, in Kapitälchen oder durch beides hervorgehoben werden. Oft sind das wichtige Begriffe oder besonders aufregende Stellen, manchmal erschloss sich mir die Auswahl nicht ganz. Allerdings gelingt es dadurch, den Text optisch ansprechend zu präsentieren, wodurch er weniger wie eine Bleiwüste wirkt – und das ist ja auch etwas wert, gerade bei den Kindern, die sich von zu viel Text vielleicht abschrecken ließen, obwohl sie am Thema interessiert sind.

Auf jeder Doppelseite befindet sich ein Fotos oder eine Zeichnung, manchmal auch zwei. Das ist natürlich sehr hilfreich, um sich das ganze Geschehen vorstellen zu können, und lockert die Seiten angenehm auf. Manchmal wird auch auf Abbildungen im Internet verwiesen oder auf YouTube, wo man sich beispielsweise den Start der Apollo 11 anschauen kann.

Fazit: Viel Wissen über Neil Armstrong und die US-Weltraummissionen, an denen er beteiligt war, wird hier gut aufbereitet und oft spannend vermittelt. Für Kinder von 10 bis 13 Jahren, aber auch ältere Leserinnen und Leser können hier einiges lernen.

Katrin Hahnemann: Neil Armstrong. Der erste Mensch auf dem Mond. ars edition 2019. 104 Seiten, Euro 12,99, ISBN 978-3-8458-3434-4.

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Ein Kommentar zu “Katrin Hahnemann: Neil Armstrong. Der erste Mensch auf dem Mond

  1. Es war fraglos eine spannende Zeit, auch eine angespannte, und man fieberte mit, starrte in die Grautöne des Fernsehers. Freilich hörte man auch die klugen Diskussionen der Älteren, die ebenfalls keine Ahnung von der Materie hatten, dass man doch das ganze Geld klüger hätte ausgeben können. Ich hatte damals ein Problem, die ganzen Armstrong voneinander zu unterscheiden, obwohl von dem Fahrradfahrer noch gar nicht die Rede war. Good old Satchmo auf dem Mond? Mein älterer Bruder klaubte das für mich auseinander.
    Aber natürlich, wir wissen es doch, die Mondlandung hat nie stattgefunden, dafür hocken die Reptilientypen und die Aliens unter uns, die Welt ist eine Scheibe oder gar eine Hohlkugel und Gagarin lacht sich eins…
    Es war die Zeit dieser Witze wie (denn die waren ja bei spektakulären Aktionen lange voraus): die Russen (niemand außer Adenauer sagte Sowjets) sind auf dem Mond und haben ihn rot angestrichen, was sollen wir tun, Mr. President? (das waren damals nach amerikanischer Überzeugung allesamt anständige, ehrenhafte und fast unfehlbare Männer!) Anwort: fliegt auch hoch und schreibt Coca – Cola drauf! Oder, etwas realistischer: die Amerikaner sind uns weit voraus – die sind schon hinterm Mond.

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