Petra Steckelmann, Mele Brink: Die Waschanlage der Schutzengel

Vom Schreibtisch ins Blog

Wieder einmal darf ich ein Buch vorstellen, an dem ich mitgearbeitet habe. Ich habe es lektoriert, das heißt, ich habe es u. a. mehrfach gelesen, inhaltliche und orthografische Fehler herausgefischt, geprüft, ob die Sprache altersgerecht ist, und Vorschläge für die eine oder andere Änderung gemacht. Die Zusammenarbeit mit der Autorin und dem Verlag hat toll geklappt und mir sehr viel Spaß gemacht. Und, das Wichtigste: Ich finde, dass ein wunderschönes Kinderbuch dabei herausgekommen ist.

Natürlich kann ich das Buch nicht rezensieren, ich habe ja keinen unvoreingenommen Blick mehr. Aber ich kann euch ein wenig darüber erzählen.

Erbstück: Tankstelle im Naturschutzgebiet

Justins Familie lebt in der Stadt, umgeben von Asphalt und Beton. Sein Vater ist arbeitslos, daher ist die Freude groß, als Großonkel Tony ihnen eine Tankstelle an der Küste vererbt, in der Nähe der Seven Sisters. Endlich würde Vater wieder arbeiten können und sie könnten am Meer leben! Herrlich!

Doch als die Familie mit Sack und Pack ankommt, stellt sich heraus, dass die Tankstelle mitten in einem Naturschutzgebiet liegt. Kunden sind dort also nicht zu erwarten. Dennoch ziehen die vier erst einmal ein. Doch nachts hört Justin komische Geräusche. Sie kommen aus der alten Waschanlage. Er schleicht sich hinein und traut seinen Augen kaum … Sind das Engel?

Justin ist fasziniert von seinem Geheimnis, gleichzeitig möchte er mehr darüber herausfinden. Hat der alte Fischer Antworten auf seine vielen Fragen? Und was hat es mit dem handgeschrieben Buch auf sich, das seine Großmutter ihm und seiner Schwester hinterlassen hat?

Für Justin und seine Familie brechen aufregende Tage an.

Ungewöhnliche Geschichte

Ich finde die Idee hinter dieser Geschichte sehr originell. Schutzengel, die ihre Arbeit nicht ordentlich machen können, weil der Schmutz in der Luft ihr Gefieder so sehr verdreckt? Und weil die Menschen Tag und Nacht auf den Beinen sind, sodass sie keine Zeit für eine gründliche Reinigung mehr finden? Darin steckt bei genauerem Hinsehen einiges an Gesellschaftskritik, aber es ist keinesfalls eine Geschichte, in der mit erhobenem Zeigefinger gearbeitet wird. Es gibt viele spannende und lustige Passagen und es macht Spaß, mit Justin nach und nach hinter das Geheimnis der Schutzengel zu kommen. Die Geschichte spielt in unserer realen Welt, jedes Kind wird sie sich vorstellen können, aber durch die Engel kommt ein Fantasyelement hinein, die sie zu etwas ganz Besonderem macht.

Justin ist ein manchmal etwas naiver Junge, der sich das Träumen nicht verbieten lässt. Seine ältere Schwester Holly ist ein patentes, neugieriges Mädchen, das sich mit Justin hervorragend versteht und ihn unterstützt. Allerdings lenkt ihr Paten-Lämmchen sie etwas ab, sodass sie nicht alles mitbekommt. Besonders sympathisch ist der mürrische alte Fischer, der viel weiß, Justin aber erst nach und nach aufklärt. Der Vater ist ein wenig chaotisch, die Mutter freundlich und unterstützend.

Tolle Bilder

Wie zeichnet man Schutzengel, ohne ins Kitschige abzugleiten? Kleine, rundliche, pausbäckige Engelchen? Nein, wohl eher nicht. Ich finde, dass es Mele Brink hervorragend gelungen ist, kitschfreie Engel zu zeichnen. Man erkennt Engel beiderlei Geschlechts, man kann in ihren Gesichtern gut erkennen, wie das anstrengende Fliegen mit dem verschmutzten Gefieder sie ausgelaugt hat und wie viel besser es ihnen geht, wenn sie wieder sauber sind.

Auch die Küstenlandschaft mit den Seven Sisters ist so gut dargestellt, dass ich die Gegend gleich erkannt habe, als ich später ein Foto davon sah – das Coverbild geht auf der Rückseite weiter, sodass die Klippen komplett zu sehen sind. Insgesamt steckt in den Bildern viel Humor. Übrigens sind die Bilder nicht schwarz-weiß, sondern Bilder und Text sind dunkelgrün, das kann man auf dem Foto oben nicht so gut erkennen (die Kieselsteine sind übrigens nicht im Lieferumfang erhalten 😉 ). Außerdem hat das Buch ein schickes Lesebändchen in Orange. Ich liebe Lesebändchen (ja, ja, ich weiß, das habe ich schon das eine oder andere Mal erwähnt. Trotzdem!)!

Habe ich euch neugierig gemacht? Ich hoffe, ja! Dieses Buch hat viele Leserinnen und Leser ab 8 Jahren verdient.

Petra Steckelmann, Mele Brink: Die Waschanlage der Schutzengel. Edition Pastorplatz 2019. 179 Seiten, Euro 13,00, ISBN 978-3-943833-5.

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