Andrea Liensch: Der schlechteste Pirat der Welt. Rezension

Kein Schrecken der Meere

Karl-Heinz ist nur deshalb Pirat, weil er den Schaukelnden Schorsch von seiner Mutter, der Grausigen Gudrun geerbt hat. Sie war eine waschechte wilde Piratin, die sich zur Ruhe gesetzt hat, als ihr Holzbein morsch wurde. Karl-Heinz dagegen hat keine Ahnung von Navigation, der Kompass und die Karte sind sowieso verschwunden, und er möchte auch niemanden überfallen. Sein Traum ist es, den Schaukelnden Schorsch zu verkaufen und in einem hübschen Häuschen an Land zu leben. Seine Mannschaft besteht aus einer Ziege, die sich für eine Ente hält, und den Zwillingen Emmi und Lenni.

Die Zwillinge gingen ihm auf die Nerven. Der Pirat hatte sie am Hals, seit er damals zufällig das Schiff vom Hinkenden Heinrich gerammt hatte.

Unfreiwillig erleben sie einige Abenteuer, die dafür sorgen, dass sich die Besatzung immer mehr vergrößert: Mechanikerin Melika, Herr Rübenstiel und Oma Liese kommen an Bord. Niemand ist der geborene Pirat, aber dann kommen alle doch gut miteinander klar und gewöhnen sich an das Leben auf See. Was wird aus den anderen, wenn Karl-Heinz das Schiff verkauft?

Skurrile Besatzung

Das ist wahrhaftig ein wüster Haufen, der auf diesem Piratenschiff lebt. Alle Charaktere sind sehr originell und liebevoll dargestellt, sodass man sie mit all ihren Marotten und Eigenarten einfach ins Herz schließen muss.

Die Handlung ist ebenso originell. Jedenfalls passiert wenig von dem, was man in einer Piratengeschichte erwarten würde, dafür geschehen viele vollkommen unerwartete Dinge. Ich meine, wer würde beispielsweise damit rechnen, dass jemand auf einem gestrickten Floß aus Holzwolle daherkommt, das zwar fortwährend vom Salzwasser zersetzt wird, was aber nichts macht, da oben unentwegt weitergestrickt wird?

Die Geschichte steckt nicht nur voller Überraschungen, sondern auch voller Humor. Immer wieder muss man schmunzeln oder lachen. Die kleinen Abenteuer sorgen dafür, dass es immer ein wenig spannend bleibt, wobei die wichtigste Frage natürlich erst ganz zum Schluss geklärt wird: Was passiert mit dem Schaukelnden Schorsch und seiner Besatzung?

Die dynamischen Bilder von Mele Brink greifen den Humor der Geschichte auf. Mein Lieblingsbild ist die Ziege, die es sich im Mastkorb gemütlich gemacht hat. Schiff und Mannschaft sind wunderbar getroffen. Ungewöhnlich ist, dass Schrift und Bilder nicht schwarz, sondern blau sind. Das lässt sich trotzdem gut lesen und sieht sehr schön aus.

Der Text enthält sehr viel wörtliche Rede und lässt sich gut lesen. Er ist schon etwas anspruchsvoller, enthält das eine oder andere schwierige Wort, aber nichts zu Kompliziertes. Besonders schön sind die vielen Alliterationen bei den Namen. Ausgerechnet Karl-Heinz macht da eine Ausnahme, aber er will ja auch kein Pirat sein, da braucht er auch keinen Piratennamen.

Fazit: Eine lustige und sehr originelle Geschichte über die Erlebnisse der ungewöhnlichsten Piratenmannschaft der Welt für Kinder ab 8 Jahren.

Andrea Lienesch, Mele Brink: Der schlechteste Pirat der Welt. Edition Pastorplatz 2020. 166 Seiten, Euro 13,99, ISBN 978-3-943833-38-6.

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