Rezension: Gabriela Prokosch Bernabé: Nala 1 und 2

Zwei spannende Pferdeabenteuer

Nala 1: Der magische Steinkreis

Nala ist aufgeregt. Sie darf drei Wochen ihrer Sommerferien auf einem Reiterhof in Südfrankreich, in den Pyrenäen, verbringen. Die Dreizehnjährige ist ein wenig pummelig und in ihrer Klasse eine Außenseiterin. Entsprechend mangelt es ihr an Selbstsicherheit, was die anderen Teilnehmenden merken und sofort ausnutzen. Schon bei der ersten Reitlektion wird sie gemobbt, weshalb ein Unglück geschieht. Als Nala weinend davonläuft, entdeckt sie im Wald einen Steinkreis. Dieser bringt sie in eine andere Zeit, an einen anderen Ort: Plötzlich ist sie auf einer Prärie mit Mustangs und lernt die Native American Blaue Feder kennen. Diese erklärt ihr bei diesem und folgenden Besuchen viel über den Umgang mit Pferden, die Horsemanship. Das Gelernte kann Nala auf dem Reiterhof gut umsetzen, als es darum geht, Zugang zum verstörten Pferd Lilou zu finden.

Der Umgang mit Lilou und die Lektionen von Blauer Feder geben ihr Kraft, mit dem Mobbing klarzukommen. Schließlich findet Nala sogar Freunde, mit denen sie ein großes Abenteuer erlebt.

Nala 2: Der Hexenberg

Irgendwann nimmt auch der schönste Reiterurlaub zu Ende. Nala ist wieder zu Hause in Bayern, steht aber in Kontakt mit ihrer neuen Freundin Rosalie, die in Tirol lebt. Rosalie berichtet der künstlerisch begabten Nala von der Schule für Glasverarbeitung an ihrem Ort, die neuerdings international ausgerichtet ist. Nala kann ihre Eltern überzeugen, sich zu bewerben, die Schule nimmt sie auf und fortan lebt Nala bei Rosalie. Zusammen reiten die Mädchen aus und machen sich auf die Suche nach einem Steinkreis, der sie zu Blaue Feder, aber auch in Kontakt mit ihren französischen Freunden bringen kann. Schließlich treffen sie auf die Kräuterhexe Griseldis.

Nala hat große Sehnsucht nach ihrem Herzenspferd Lilou und ist überglücklich, als sich eine Gelegenheit ergibt, es wiederzusehen. Außerdem träumen die beiden Mädchen davon, in den Herbstferien auf den Hexenberg Schlern zu reiten. Ob ihre Eltern ihnen den nicht ganz ungefährlichen Ritt erlauben werden?

Mädchen, Pferde, Fantasy

… Abenteuer und ein bisschen Liebe: Die Bücher haben alles, was ein fesselnder Pferderoman braucht.

Nala

ist ein schüchternes Mädchen, dass sich und sein Aussehen in Gedanken selber niedermacht. Sie liebt Pferde, zeichnet und schreibt gerne und ist, nach schlechten Erfahrungen mit anderen Kindern, lieber für sich. Die Alphatierchen der Gruppe spüren ihre Unsicherheit sofort und prompt ist sie das perfekte Opfer, an dem die anderen sich austoben. Durch ihre Zeitreisen zu Blauer Feder gewinnt Nala aber an Selbstbewusstsein. Die Besitzerin und die Mitarbeiter des Reiterhofes sind alle sogenannte Zopfmenschen, die den Steinkreis und seine Verbindungen kennen und besondere Fähigkeiten haben, vor allem im Umgang mit Pferden. Als sie merken, dass Nala als erste Außenstehende den Zugang gefunden hat, lassen sie das Mädchen gewähren, sodass es Zeit hat, die Horsemanship-Übungen auszuprobieren und Zugang zu dem traumatisierten Pferd Lilou zu gewinnen. Schließlich schafft sie es, sich einen Platz in der Gruppe zu erobern.

Im zweiten Band, in Tirol, hat sie Schwierigkeiten mit einem Lehrer, der sie verunsichert. Dennoch ist sie viel selbstbewusster geworden. Sie liebt die künstlerische Arbeit und geht im Zusammensein mit Pferden auf. Nala macht im Verlauf der beiden Bücher eine deutliche Entwicklung durch. Sie lernt viel und wird stärker, aber es gibt immer wieder Momente der Unsicherheit, was sie realistisch macht.

Rosalie

findet Nala zwar eigentlich von Anfang an sympathisch, will es sich aber auch nicht mit den anderen verderben. Sie hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und zieht gerne mal alles ins Lächerliche. Als sie hinter Nalas Geheimnis kommt, möchte sie so gerne auch zu Blaue Feder reisen. Doch das ist nicht so einfach …

Sie ist meistens gut gelaunt und schafft es, Nala wieder aufzurichten, wenn sie down ist. Sie ist die Mutigere, Forschere der beiden, und hat manchmal verrückte Ideen im Kopf.

Beide Mädchen verlieben sich, die eine in einen Jungen aus der realen Welt, der allerdings tausend Kilometer entfernt lebt, die andere in einen aus der Traumwelt. Diese Distanz macht es für beide nicht einfach.

Viele der Erwachsenen im Buch sind Zopfmenschen, Menschen mit magischen Fähigkeiten. Sie erkennen die Talente und Fähigkeiten der beiden Mädchen, schließen sie in ihr Herz und lehren sie nach und nach alles, was sie über den Umgang mit Pferden und die Geheimnisse der magischen Welten wissen müssen. Sie sind allesamt sympathisch und wertschätzend.

Traumwelt

Das Buch schafft es gut, die reale Welt mit ihren Mühen, Ärgernissen, aber auch Abenteuern und Freuden mit der Traumwelt zu verbinden, in die man durch einen Steinkreis gelangt. In dieser Welt lernen die Mädchen – und damit auch die Leserinnen und Leser – sehr viel über die Regeln der Horsemanship, erleben aber auch das eine oder andere Abenteuer.

Diese Ausflüge nehmen jedoch den kleineren Teil der Geschichten ein. Meistens müssen sich Nala und Rosalie den Herausforderungen der normalen Welt stellen: Ärger mit anderen Reitschülern, Konflikte mit Lehrern, Probleme mit den Pferden, Trennung von den Jungen, in die sie verliebt sind. Aber sie haben auch viel Spaß bei ihren Begegnungen mit den Pferden und erleben spannende Abenteuer.

Der Mix zwischen Fantasy und Realität ist sehr gelungen und glaubwürdig dargestellt. Die Lektionen in Horsemanship fand ich als Nicht-Pferdemensch sehr interessant, ich denke, Reiterinnen und Reiter werden viel dabei lernen und ihre neuen Erkenntnisse gleich einmal in der Realität ausprobieren wollen. Man merkt, dass die Autorin hier genau weiß, wovon sie spricht.

Daneben werden Themen wie Mobbing, Umgang mit schwierigen Situationen, zum Beispiel in der Schule, erste Liebe und vor allem Freundschaft angesprochen.

… und Realität

Dass Nalas Eltern ihr nicht nur erlauben, statt im Internat bei Rosalie zu wohnen, sondern die Dreizehnjährige auch mit dem Zug dorthinschicken, statt sich die Leute einmal anzuschauen, finde ich nicht wirklich realistisch.

Ich war neugierig und habe nachgesehen, ob es in Tirol tatsächlich eine Glasfachschule gibt. Tatsächlich, man kann sie ab Klasse 9 besuchen, das passt also. Allerdings hat man in dem Buch den Eindruck, dass es dort nur Unterricht in Glasgestaltung gibt, aber natürlich haben die Schüler*innen dort auch Mathe, Deutsch und Englisch. Ich hätte es sinnvoll gefunden, wenigstens in einem Nebensatz zu erläutern, dass es auch andere Fächer und Lehrer gibt. Schlimm ist das natürlich nicht.

Spannend und nebenher lehrreich

Den Stil fand ich manchmal ein wenig weitschweifig, aber insgesamt ließen sich die Bücher sehr gut lesen und fesselten mich schnell. Der Verlag hat mir auch die beiden Audiobooks zur Verfügung gestellt, sodass ich wechseln und zum Beispiel im Auto oder beim Bügeln erfahren konnte, wie es weitergeht, das war toll! Die beiden Hörbücher haben unterschiedliche Sprecherinnen. Beide waren nicht schlecht, aber ich fand, dass es Dagmar Bittner (Hexenberg) besser gelang, den verschiedenen Charakteren eine eigene, überzeugende Stimme zu geben als Marlene Rauch (Steinkreis). Leider ist kein Inhaltsverzeichnis aufgedruckt, das habe ich sehr vermisst, um mich zu orientieren.

Achtung: Die aufgedruckte URL www. nala. horse. de wird zu einer Seite für Pferdewetten umgeleitet (Ich habe hier Leerzeichen eingefügt, weil WordPress sonst automatisch einen Link anzeigt). Richtig ist https://wp.nala.horse/
Ich werde das auf meinen Exemplaren durchstreichen oder überkleben, bevor ich sie in meine Kinderbibliothek stelle. Fehler können passieren, aber diesen Fehler finde ich sehr unglücklich.

Fazit: Ob Buch oder Audiobook: Zwei spannende Geschichten für Pferdefans ab 11 Jahren, in denen reale und Fantasywelt geschickt verwoben werden. Zwei Mädchen erleben spannende Abenteuer und lernen viel über den richtigen Umgang mit Pferden und die Kunst der Horsemanship.

Gabriela Prokosch Bernabé: Nala 1. Der magische Steinkreis. FNTSY Verlag 2019. 288 Seiten, Euro 14,95, ISBN 978-3-96111-856-4.
Gabriela Prokosch Bernabé: Nala 1. Der magische Steinkreis. Gesprochen von Marlene Rauch. FNTSY Verlag 2019. 1 MP3-CD,  6:05 Stunden, Euro 9,85.

Gabriela Prokosch Bernabé: Nala 2. Der Hexenberg. FNTSY Verlag 2020. 240 Seiten, Euro 14,95, ISBN 978-3-96111-856-4.
Gabriela Prokosch Bernabé: Nala 2. Der Hexenberg. Gesprochen von Dagmar Bittner. FNTSY 2020, 1 MP3-CD, 6:12 Stunden, Euro 9,85.

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Ich danke dem Verlag für die Rezensionsexemplare.

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