Rezension. Birge Tetzner: Halloween

Legenden, Bräuche und viel Wissen

Zweifellos ist Halloween die gruseligste Nacht des Jahres. Aber woher kommen all die Bräuche rund um diesen Tag? Dem ist Birge Tetzner auf die Spur gegangen.

Das Buch beginnt mit der Geschichte von Jack O’Lantern, klärt die Herkunft des Wortes Halloween und berichtet von Samhain. Schließlich wanderte der Brauch mit den irischen Auswanderern in die USA, aus Rüben- wurden Kürbisgesichter und die Traditionen wurden viel fröhlicher. Doch auch in anderen Gegenden der Welt gibt es viele Bräuche rund um Allerheiligen und Allerseelen. Tetzner stellt einige davon vor, besonders ausführlich den Día de los Muertos aus Mexiko.

In vielen Gegenden der Welt glaub(t)en die Menschen daran, dass Verstorbene zurückkommen und ihnen schaden könnten. Die Hinterbliebenen ergriffen viele Maßnahmen gegen diese Vampire, Zombies, Draugr, Aufhocker, Nachzehrer und wie sie alle genannt werden. Ihnen wurden Steine in den Mund gelegt, sie wurden besonders tief und mit dem Gesicht nach unten begraben, ihre Körper wurden gefesselt oder beschwert. Archäologen haben in vielen Teilen der Welt solche Toter gefunden, die ältesten stammen aus der Steinzeit. Auch von solchen Fällen berichtet das Buch ausführlich.

Wie kann es eigentlich kommen, dass Tote, die wieder ausgegraben wurden, ganz frisch, fast lebendig wirkten, sodass die Lebenden dachten, dass es sich um Untote handeln muss? Um dass zu erklären, wird genau auf den Verwesungsprozess und seine Auswirkungen eingegangen.

(Gruselige) Rezepte für die Lebenden

In vielen Gegenden, in denen Halloween, Allerheiligen oder andere Totenfeste begangen werden, gibt es traditionelles Gebäck, Totenbrote oder Plätzchen. Einige Rezepte davon sind im Buch zu finden. Und damit heute besonders gruselig gefeiert werden kann, gibt es auch ein paar süße und herzhafte Gerichte für Leute mit guten Nerven, die hoffentlich besser schmecken, als sie aussehen, z. B. Blutsuppe mit eiskalter Hand.

Die gruseligste Nacht des Jahres

Hier und da habe ich schon einmal Informationen über die Herkunft des Wortes Halloween, über Samhain und moderne Halloweenfeiern gelesen, aber noch nie habe ich dieses Wissen so ausführlich und sachkundig zusammengestellt gelesen – meist liegt der Schwerpunkt der Bücher eher darauf, wie man eine tolle Halloweenparty feiert. Auch bei den Berichten über die Totentraditionen verschiedener Länder war einiges für mich neu und sehr interessant. Besonders spannend fand ich die Kapitel und Vampire und andere Untote. Ich hatte beispielsweise nie davon gehört, dass es in Neuengland einmal eine Vampirpanik gegeben hat, weil immer so viele Mitglieder einer Familie an Schwindsucht starben – und das zu einer Zeit, wo Tuberkulose und ihre Ursachen sogar schon entdeckt waren, es hatte sich nur noch nicht herumgesprochen. Spätestens das Kapitel über Verwesung ist nichts für Menschen mit schwachen Nerven, auch wenn ich das alles wahnsinnig spannend fand.

Runterkommen kann man dann beim Ausprobieren der verschiedenen Brot- und Plätzchenrezepte. Wer eine Halloweenparty plant, wird sicherlich bei den gruselig-ekligen Partyrezepten fündig. Während man backt, kann man sich die Legende von Jack O’Lantern noch einmal anhören, diese ist nämlich über einen QR-Code verlinkt, gesprochen von Andreas Fröhlich. Das ist natürlich auch ein schöner Einstieg in eine Party.

Informativ und sachkundig

Das Buch ist schön gestaltet mit vielen Bildern, Zeichnungen, grafischen Elemente. Der Text ist anspruchvoll, schwierige Begriffe wie Azteken oder Golfkrieg werden in kleinen Kästchen erläutert. Berichtet wird ganz unaufgeregt sachlich, bei diesem Thema ist effektheischerische Sprache auch wirklich nicht nötig.

Ich fand dieses Buch überaus informativ. So viel Wissen rund um die Themen Tod, Totengedenken und Untote! Allerdings soll das Buch ab 9 Jahren sein und da bin ich mir wirklich nicht sicher. Ich weiß, dass es Kinder gibt, die das alles überaus spannend finden werden und danach dennoch noch gut schlafen können. Andere Kinder würden sich aber sicherlich schon beim Lesen schrecklich gruseln und hinterher Albträume haben. Schon meine beiden Söhne haben in dieser Beziehung sehr unterschiedlich getickt. Daher halte ich mich mit einer Altersempfehlung zurück – das mögen die Eltern selbst entscheiden, die am besten einschätzen können, was ihre Kinder aushalten können und wissen wollen. Auf interessante Weise viel lernen kann man mit diesem Buch auf jeden Fall!

Fazit: Eine spannende Spurensuche rund um Halloween, Totengedenken, Bräuche und Traditionen, Untote und deren Bekämpfung. Wegen vieler gruseliger Details nur für Kinder mit guten Nerven, die sich für solche Fakten interessieren, die ihnen aber keine Angst machen.

Birge Tetzner: Halloween. Von Geistern, Vampiren und anderen. ultramar media 2020. 96 Seiten, Euro 14,00, ISBN 978-3-9819200-4-8.

Einer der vielen anderen spannenden Titeln von Birge Tetzner, die ich besprochen habe, ist Fred im alten Rom.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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