Rezension. Anna Claybourne: Die Geschichte der Welt (auf 32 Seiten)

Eine Anekdote vorneweg

Einer meiner Söhne studiert Geschichte. Passenderweise war er gerade zu einem Praktikum zu Hause, als dieses Buch ankam. Ich packte es aus, blätterte es nachdenklich durch und legte es an seinen Platz am Esstisch. Später konnte ich mir die Frage nicht verkneifen, warum er jahrelang studiert, wo es doch auch kurz und knapp auf 32 Seiten geht … Gemein, ich weiß!

Ein Rundumschlag

Das großformatige Buch beginnt mit einer schön gestalteten Zeitleiste auf einer Doppelseite, die gleichzeitig das Inhaltsverzeichnis ist. So erfahren wir, dass das Buch tatsächlich mit dem Urknall und der Entwicklung der Erde beginnt und sich mehrere Kapitel über die Entstehung und Entwicklung der Lebewesen, natürlich inklusive Dinosauriern, befasst, bevor es bei den ersten Menschen ankommt. Sesshaftwerdung, die frühen Reiche, mehr als tausend Jahre der Wissenschaft, Kunst und Entdeckungen werden dargestellt, bevor das Buch mit industrieller Revolution, technischen Entwicklungen und der Zeit der Moderne abschließt.

RUMMS!

vor 4,5 Milliarden Jahren schlug ein kleiner Planet nahmens Theia, der etwa so groß war wie der Mars, in die Erde ein. Durch die Energie des Aufpralls schmolzen die beiden Plaeten zu einem zusammen. Unzählige Gesteinstrümmer flogen ins Weltall, wo sie sich irgendwo sammelten und den Mond formten, der in einem Abstand von etwa 384.400 Kilometern um die Erde kreist.

Jedes Thema/Zeitalter wird auf einer Doppelseite behandelt. Oben rechts wird zur Orientierung der Zeitraum angegeben. Ein großes Bild, ein einführender Text und mehrere ergänzende Texte erklären, worum es geht.

Den Abschluss macht ein Register von Affen bis Zwergplaneten.

Weltgeschichte, kompakt und übersichtlich

Es ist klar, dass solch ein Buch extrem auswählen und sich beschränken muss. Jede*r wird mit Leichtigkeit viele Themen finden, die überhaupt nicht angesprochen wurden. Ich habe auch kurz gestaunt, dass der Erste und der Zweite Weltkrieg in wenigen Zeilen abgehandelt werden. Dennoch ist es erstaunlich, wie viel Wissen, wie viele Informationen in dieses Buch gepackt wurden.

Sehr schön auch, dass es das Buch nicht so eurozentrisch ist wie viele vergleichbare Darstellungen. Als Entdeckungsreisende werden beispielsweise die Europäer Marco Polo und Magellan erwähnt, aber auch Ibn Battuta und Zheng He, bei Kunst und Kultur der gleichen Zeit (500 bis zum 17. Jahrhundert) die Hagia Sophia, der Teppich von Bayeux, die Yoruba-Kultur und die Moai der Osterinseln.

Obwohl doch recht viele komplizierte Wörter erwähnt werden, sind die Texte gut verständlich. Teilweise ist die Schrifttype ziemlich klein, was für noch nicht sichere Leser ebenso ein Problem sein könnte wie für eine Bloggerin mit Sehschwäche. Ich denke aber, spätestens ab 10 Jahren sollte das unproblematisch sein. Die gelungenen Bilder und Grafiken verdeutlichen das Ganze.

Fazit: Obwohl ich meine Zweifel hatte, ob man genug Weltgeschichte man in 32 Seiten packen kann, um einen wirklich umfassenden ersten Überblick zu erhalten, muss ich zugeben, dass ich überzeugt wurde. Dies ist ein gelungener Rundumschlag, der sicherlich bei dem einen oder anderen Thema Lust auf mehr weckt. Geschichteinteressierte Kinder ab 9 oder 10 Jahren werden viel Freude an diesem Buch haben.

Anna Claybourne, Illustrationen Jan van der Veken: Die Geschichte der Welt (auf 32 Seiten). Aus dem Englischen von Sarah Pasquay. Laurence King Verlag 2020. 32 Seiten, Euro 18,00, ISBN 978-3-96244-151-7.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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