Christine Schulz-Reiss: Fernando Magellan – einmal um die ganze Welt (Rezension)

Die erste Umsegelung der Erde

Neue Welten entdecken

Schon in seiner Ausbildung zum Pagen des Königs träumt Fernão Magalhães davon, einmal auf einem Schiff davonzusegeln und die Welt kennenzulernen. Doch als es 1505 endlich so weit ist, muss er erst einmal das Deck putzen und andere anstrengende Arbeiten erledigen. Schnell arbeitet er sich hoch und erweist sich als kluger und mutiger Seemann und Soldat. Allerdings hat er seinen eigenen Kopf, folgt nicht immer Befehlen und setzt sich schließlich sogar von seiner Truppe ab. Nur weil er in Indien wie ein Held gekämpft hat, wird er freigesprochen. Zur See darf er jedoch nicht mehr fahren.

Schließlich geht er nach Spanien wie Jahre früher Kolumbus und nennt sich Fernando Magellan. Tatsächlich erlaubt ihm der spanische König, in seinem Namen nach einem westlichen Seeweg zu den Gewürzinseln zu suchen, vorbei am neu entdeckten Amerika. 1519 geht es endlich los. Die Überfahrt ist langwierig und anstrengend, Magellan muss mit einer Meuterei fertig werden, ein Teil der Schiffe geht verloren und die Besatzung muss zeitweise hungern. Doch am Ende ist es geschafft, vorbei an Feuerland erreichen sie durch die später nach ihm benannte Magallanstraße den Pazifik.

Magellan hat es geschafft und die Gewürzinseln gefunden. Doch dann trifft er falsche Entscheidungen, die ihn das Leben kosten. Nach fast drei Jahren Fahrt kommt das einzige übriggebliebene Schiff wieder in Sevilla an. Die Weltumrundung ist geschafft, doch er ist nicht derjenige, der dafür gefeiert wird.

Gefährliche Abenteuer

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist jede Seereise ein lebensgefährliches Abenteuer. Welche Härten die Entdecker auf sich nahmen, um neue Länder und Handelswege zu finden, das Christentum zu verbreiten und dabei reich und berühmt zu werden, kann man sich heute nur schwer vorstellen. Dem Buch gelingt es, einer trockenen Information aus dem Geschichtsunterricht wie der über die erste Weltumsegelung Leben einzuhauchen. Der berühmte Mensch Magellan wird zu einem Wesen aus Fleisch und Blut. Er war ein Mann, der beeindruckende Leistungen vollbracht, aber auch falsche Entscheidungen getroffen hat. Das Buch beginnt mit dem jungen Mann in der Ausbildung, der voller Träume war, und endet mit dem Mann, der, Mensch seiner Zeit, auf brutale Weise das Christentum verbreiten wollte.

Der Text ist gut verständlich und kindgerecht geschrieben. Besonders gut hat mir gefallen, dass zu Beginn erst einmal das Alltagsleben auf einem Schiff geschildert wird. Die Strapazen für die Seefahrer werden dadurch viel nachvollziehbarer, außerdem wird deutlich, dass Helden für gewöhnlich nicht vom Himmel fallen, sondern sich auch erst einmal hocharbeiten müssen. Interessant fand ich persönlich, dass an einer Pagenschule Seefahrer und Soldaten ausgebildet wurden – ich hätte angenommen, dass Pagen die Aufgaben von Hausdienern wahrgenommen haben.

Die Schrift ist noch etwas größer, der Text schon sehr umfangreich – die Kinder sollten daher schon geübt im Lesen sein. Großartig sind die Bilder von Klaus Ensikat, die den Leser*innen dabei helfen, sich ins 16. Jahrhundert zu versetzen. Vor allem die Schiffe zeigt er sehr detailreich. Auf dem Vorsatz zeigt eine Weltkarte den Reiseverlauf mit den wichtigsten Stationen.

Am 27. April jährt sich der Todestag Magellans zum 500. Mal – ein guter Anlass, um sich näher mit dem Leben des wagemutigen Entdeckers auseinanderzusetzen.

Fazit: Spannend und für Kinder ab 8 Jahren gut verständlich werden das Leben Fernando Magellans und die Ereignisse der ersten Weltumsegelung geschildert.

Christine Schulz-Reiss, Klaus Ensikat: Fernando Magellan – einmal um die ganze Welt. Kinder entdecken berühmte Leute. Kindermann 2020. 36 Seiten, Euro 18,00, ISBN 978-3-934029798.

__________________________________________________

WERBUNG (*)

Zur Verlagsseite – bei Amazon – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

(*) Nach dem Telemediengesetz sind Links auf Verlage, Shops und Affiliate-Links (hier: Amazon) als Werbung zu kennzeichnen, übrigens ganz unabhängig davon, ob das Buch ein Rezensionsexemplar ist oder selbst gekauft wurde. Ich bekomme kein Geld von den Verlagen, sie stellen mir lediglich ein Buch zur Verfügung. Das verpflichtet mich zu nichts, ich schreibe auch kritische Rezensionen oder verzichte ganz darauf, ein Buch zu besprechen. Meine Meinung ist nach wie vor unabhängig. Die Links sind ein Service für euch Blogbesucher, auf den ich nicht verzichten möchte. Lediglich über den Amazon-Affiliate-Link verdiene ich etwas Geld – falls jemand etwas bestellt, nachdem er den Link benutzt hat, bekomme ich ein paar Cent.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.