Bertie Fraser, David Edmond: Undercover Robot. Mein erstes Jahr als Mensch (Rezension)

Was macht uns menschlich?

Dotty ist ein Roboter, der rundum menschlich aussieht. Sogar Körperfunktionen wie Herzschlag oder Toilettengang werden nachgeahmt. Doch kann ein Roboter auch handeln wie ein Mensch, ohne dass es auffällt? 100 Millionen Dollar sind zu gewinnen, wenn ein Roboter es schafft, ein Jahr lang eine Schule zu besuchen, ohne aufzufallen. Also zieht Dotty als angebliche entfernte Verwandte aus dem Forschungslabor zur Familie ihres Erschaffers. Professor Katnip und sein Team haben ihr Wörterbücher installiert, einen Witzgenerator und viel Wissen über menschliches Verhaltensweisen. Doch kann Dotty es schaffen, alle zu überzeugen?

Schon am ersten Tag in der Schule fällt Dotty durch merkwürdige Verhaltensweisen auf. Dinge wie Ironie sind eben nicht einfach zu verstehen und viele ihrer Handlungen sind ein klein wenig daneben. Verzweifelt versucht sie, Freundschaftspunkte zu sammeln – ihre „Währung“ – und herauszufinden, was einen Menschen ausmacht. Sie tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste, gerät in komische und peinliche Situationen, legt die ihr installierten Regeln anders aus, als ein Mensch das machen würde, und bekommt deswegen eine Menge Ärger. Aber: Sie lernt. Sie durchschaut das Menschsein immer mehr, findet Freunde und entwickelt sogar einen eigenen Charakter.

Ein Mitschüler beobachtet sie allerdings genau, denn auf das Entdecken der Androiden ist ebenfalls ein Preis ausgesetzt. Den möchte Martin unbedingt gewinnen, der Dotty äußerst verdächtig findet. Kann sie es schaffen, das Jahr unbeschadet zu überstehen und am Ende den Preis für das Forschungslabor zu gewinnen?

Ein schmaler Grat

Auf den ersten Blick scheint es ganz einfach zu sein. Verhalte dich ein Jahr lang wie eine Sechstklässlerin und alles ist gut. Aber es ist eben nicht einfach. Als Dotty beispielsweise beim Fußballspiel bemängelt, dass die Abseitsregel nicht eingehalten wurde, erklärt die Lehrerin, dass sie es mit den Regeln nicht ganz so genau nehmen würden. Das nimmt Dotty zum Anlass, eine Mitschülerin böse zu foulen. Ein echtes Kind hätte gewusst, dass sich die Aussage nicht darauf erstreckt, alle Regeln zu ignorieren. Oder der Professor erklärt ihr, dass sie nicht lügen dürfe, ist aber total entsetzt, als sie kurz darauf knallhart die Wahrheit sagt. Manches leuchtet Dotty überhaupt nicht ein. Geschenke beispielsweise: Warum macht man sie, warum soll man so tun, als würde man sich freuen, auch wenn sie einem nicht gefallen? Wieso ist es okay, dass ein kleines Kind ihr etwas selbst Gebasteltes schenkt, was im Vergleich zu ihrem Geschenk überhaupt keinen Wert hat?

Dotty ist ein sehr sympathischer Charakter, auch wenn sie Dinge tut, die man niemals tun sollte. Ihre Missgeschicke sind urkomisch und man fiebert mit, ob sie ihre Aufgabe schaffen kann. Es ist sehr interessant, wie menschliches Verhalten hinterfragt wird. Ja, wir sind und handeln oft wirklich nicht logisch! Einige überraschende Wendungen sorgen dafür, dass das Buch spannend bleibt, und am Ende kommt vieles anders als erwartet.

Fazit: Ein herrlich lustiges und auch ein wenig spannendes Buch, das fast nebenbei philosophische Fragen über Moral und menschliches Verhalten behandelt. Ein empfehlenswerter Lesespaß für Kinder ab 10 Jahren.

Bertie Fraser, David Edmonds: Undercover Robot: Mein erstes Jahr als Mensch. Aus dem Englischen von Henriette Zeltner-Shane. Ars Edition 2021. 256 Seiten, Euro 15,00, ISBN 978-3-8458-3965-3.

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