Sabina Radeva: Darwins Entstehung der Arten

Sabina Radeva: Darwins Entstehung der Arten

Die Entwicklung der Pflanzen und Tiere

Wie sah die Welt aus, bevor es Menschen gab – und wie kam es, dass sie sich zu der heutigen Welt mit all ihren Lebewesen entwickelte? Mit dieser Fragestellung startet das Buch.

Seit es auf der Erde Leben gibt, haben sich winzige Organismen, Pflanzen und Tiere über Millionen Jahre hinweg langsam verändert – ein Prozess, den wir Evolution nennen.

Davon ausgehend berichtet das Buch über Darwins Reise berichtet und seine lange Arbeit an seinem ersten Buch Über die Entstehung der Arten, in dem er die Menschen noch außen vorließ. Es wird erklärt, warum sich Lebewesen verändern und wie das geschieht, sowohl in freier Wildbahn als auch bei Haustieren. Warum setzen sich manche Veränderungen durch und andere nicht? Auch schwierige Themen wie der Kampf ums Dasein oder natürliche Selektion werden angesprochen. Doch, so wird erläutert, werden wir niemals alle Veränderungen nachvollziehen können, weil es einfach zu wenige Fossilien gibt.  Darwin sprach auch an, wie sich Tiere durch Migration in der Welt verteilten, wodurch sie auf immer neue Gegebenheiten stießen, an die sie sich anpassen mussten.

Ähnlichkeiten geben Hinweise

Manche Beispiele sind sehr anschaulich. So wird anhand der Hand-/Flossenknochen die Ähnlichkeit der Extremität zum Beispiel bei Mensch, Frosch, Fledermaus, Wal oder Lemur gezeigt. Auch die Entwicklung der Schnäbel der Galapagosfinken oder das Wachstum des Giraffenhalses sind für Kinder gut nachzuvollziehen. Anhand des Auges wird gezeigt, welche weitreichende Entwicklung das Organ gemacht hat, vom Augenfleck bis zum Linsenauge. Das finde ich schwieriger für die Kinder, weil sie sich nicht vorstellen können, welch unterschiedliches Sehvermögen die unterschiedlichen Augen bieten. Was ein Augenfleck im Unterschied zu unserem Linsenauge für Fähigkeiten hat, wird nicht erklärt.

Schön gestaltete Zitate Darwins ergänzen den Text.

Zum Abschluss finden sich eine Zusammenfassung in fünf Punkten, ein Anhang, in den über Darwin hinausgehende Aspekte erläutert werden wie DNA oder Vererbung, eine Erklärung von Missverständnissen, ein Glossar und ein paar Büchertipps.

Für wen ist’s gedacht?

Die Illustrationen gefallen mir sehr gut und sie helfen in vielen Fällen dabei, den Text zu veranschaulichen und besser verständlich zu machen.

Nicht so glücklich bin ich mit dem Text. Auf der Verlagsseite gibt es leider keiner Altersangabe, bei Amazon steht, dass das Buch für Kinder von 5 bis 7 Jahren ist. Das ist es definitiv nicht! Man sieht schon an dem oben zitierten Textausschnitt, dass die Sprache viel zu schwierig für solch kleine Kinder ist. Es handelt sich um den zweiten Satz des Buches, da wurde vorher also nichts erklärt. Und dann: Organismen, Prozess, Evolution? Eine Überschrift lautet „Variation unter Domestizierung“. In der Erklärung der Arten wird erwähnt, dass es sich um Lebewesen handelt, die sich ähneln und „zusammen Nachwuchs zeugen können.“

In der Verlagsbeschreibung steht, dass es sich um ein Bilderbuch handelt, „das Kinder und Erwachsene inspiriert“. Ich denke, hier kommen wir der Sache näher. Für ältere Grundschulkinder mag das Buch angehen, obwohl ich es auch dann noch anspruchsvoll finde. Eigentlich könnte ich es mir eher für Kinder ab 10 oder sogar 12 vorstellen – ob diese allerdings zu einem Bilderbuch greifen werden?

Fazit: Schön gestaltetes Buch zu Darwins Theorien, das aufgrund des anspruchsvollen Textes erst für ältere Kinder geeignet sein dürfte.

Sabina Radeva: Darwins Entstehung der Arten. Aus dem Englischen von Stefanie Ochel. Carl Hanser 2020. 56 Seiten, Euro 16,00, ISBN 978-3-446-26231-7.

__________________________________________________

WERBUNG (*)

Zur Verlagsseite – bei Amazon – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

(*) Nach dem Telemediengesetz sind Links auf Verlage, Shops und Affiliate-Links (hier: Amazon) als Werbung zu kennzeichnen, übrigens ganz unabhängig davon, ob das Buch ein Rezensionsexemplar ist oder selbst gekauft wurde. Ich bekomme kein Geld von den Verlagen, sie stellen mir lediglich ein Buch zur Verfügung. Das verpflichtet mich zu nichts, ich schreibe auch kritische Rezensionen oder verzichte ganz darauf, ein Buch zu besprechen. Meine Meinung ist nach wie vor unabhängig. Die Links sind ein Service für euch Blogbesucher, auf den ich nicht verzichten möchte. Lediglich über den Amazon-Affiliate-Link verdiene ich etwas Geld – falls jemand etwas bestellt, nachdem er den Link benutzt hat, bekomme ich ein paar Cent.