Ute Krause: Papanini. Pinguin per Post

Überraschungspaket

Da ihr Vater ein Sammler ist, der alles brauchen kann und vieles bestellt, wundert sich Emma zunächst nicht über das große Paket, das sie annehmen muss. Als sie darin eine uralte Tiefkühltruhe entdeckt, die komische Geräusche macht, erschrickt sie zunächst, dann wird sie neugierig. Sie entdeckt, dass in der Truhe ein kleiner Pinguin lebt, der sogar sprechen kann. Papanini ist sein Name. Fortan hat Emma Stress. Sie versucht, Papanini vor ihren Eltern zu verstecken. Das ist nicht so einfach, denn sie braucht jede Menge Fischstäbchen, um ihn zu füttern, muss ihn dauernd kalt baden lassen und das Chaos beseitigen, das er hinterlassen hat. Es stellt sich heraus, dass das Paket fälschlicherweise bei ihnen gelandet ist.

Mama warf ihm einen erleichterten Blick zu. „Schatz, ich bin so froh, dass du dieses Schrottteil nicht bestellt hast.“
„Und ich erst.“ Papa seufzte.
„Ich auch“, fügte Emma kleinlaut hinzu. Ein bisschen enttäuscht war sie auch. Natürlich hatte sie längst vermutet, dass Papa keinen Pinguin bestellt hatte, aber insgeheim hatte sie dennoch gehofft, sich zu irren.

Doch wo gehört Papanini wirklich hin? Und was haben die Männer vor, die in einem Auto vor ihrer Haustür herumstehen? Emma stehen aufregende Tage bevor.

Ein ungewöhnliches Haustier

Emma verliebt sich sehr schnell in ihr ungewöhnliches Haustier, auch wenn Papanini schrecklich anstrengend ist. Er richtet immer wieder Chaos an und sein ausgeprägter Fischgeruch macht es sehr schwer, ihn auf Dauer zu verstecken. Außerdem muss sich Emma nun dauernd Fischstäbchen zum Essen wünschen, obwohl sie die eigentlich gar nicht sehr mag. Als wegen Papanini Mamas Auftrag zu scheitern droht, sind Emmas Eltern wirklich sauer. Dabei kann sie gar nichts dafür. Aber sie kann Papanini nicht verraten, denn sie weiß inzwischen, dass irgendwelche Verbrecher hinter ihm her sind.

Emma ist ein sehr liebenswertes Mädchen. Sie ist erst neu zugezogen und hat deswegen noch keine Freundin, mit der sie ihre Sorgen und Probleme teilen könnte. Im Gegenteil, sie wird von einigen Mädchen gemobbt. Dass Papanini ihr überraschenderweise dabei hilft, sich Respekt zu verschaffen, macht sie glücklich. Deswegen ist es erst recht selbstverständlich, dass sie den kleinen Kerl schützen muss!

Papanini ist toll! Ich bin überzeugt, dass alle Leserinnen und Leser sich auch so einen niedlichen kleinen Pinguin wünschen, der auch noch sprechen kann und sich gerne vorlesen lässt.

Der alte Professor Herwig ist mir sehr sympathisch. Er forscht über Vögel, unterstützt Emma bei der Suche und hilft ihr, dafür auszureißen und ist ein wenig rebellisch.

Emmas Eltern können einem ein bisschen leid tun, vor allem die Mutter. Aber mal ehrlich, wer so wenig checkt, was daheim los ist …  Die beiden Verfolger sind dagegen ein bisschen sehr klischeehaft. Mussten es Russen sein? Und als Emma ihren Vater darauf hinweist, dass die zwei Männer ihre Mülltonne durchsucht haben, antwortet dieser:

„Wahrscheinlich sind sie nur neugierig, wie wir so leben. Das ist sicher etwas anders als da, wo sie herkommen.“

Na klar, wenn man aus den russischen Slums kommt, betreibt man Mülltonnenforschung, um herauszufinden, wie die Deutschen so leben … Das ist so bescheuert! Tut mir leid, dass ich so direkt bin! Zum Glück ist das aber das Einzige, was ich in diesem Buch schlecht fand.

Und Action …

In diesem Buch passiert ziemlich viel. Manchmal wird die Handlung sehr turbulent – mal führt das zu sehr lustigen Begebenheiten, manchmal wird es richtig spannend, vor allem gegen Ende. Vor allem muss man ständig mit Emma mitfiebern: Wird sie es schaffen, Papanini zu verstecken? Kann sie sein Chaos rechtzeitig wieder in Ordnung bringen? Kann sie ihre Eltern besänftigen? Den Verfolgern entwischen? Und wird sie herausfinden, wo der Pinguin hingehört? Für Langweile ist in diesem Buch definitiv kein Platz.

Der Text ist in etwas größerer Schrift gesetzt, enthält viel wörtliche Rede und ist gut zu verstehen. Alle paar Seiten gibt es lustige Bilder, die gut zum Stil der Geschichte passen.

Ich hatte viel Spaß mit den Erlebnissen von Emma und Papanini.

Fazit: Turbulente Geschichte um einen sprechenden Pinguin, die Kindern von 8 bis 10 Jahren viel Spaß bereiten dürfte.

Ute Krause: Papanini. Pinguin per Post. Edel Kids Books 2019. 176 Seiten, Euro 12,99, ISBN 978-3-96129-054-3.

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Ein Kommentar zu “Ute Krause: Papanini. Pinguin per Post

  1. Gut, es ist eine Phantasiegeschichte und keine Tiergeschichte, wie oben geschrieben. Sonst müßten wir uns hier über Tierquälerei unterhalten. Daß man Pinguine nicht im Haushalt halten sollte, dass auch sie nicht in Tiefkühltruhen überleben können sollte eigentlich nur zu offensichtlich sein, aber dass es teilweise immer noch üblich ist, Tiere zu versenden, in Pappkartons oder -röhren zu packen, z.B. bis vor kurzem bei uns und in Amerika usw. immer noch selbst Hunde macht die Sache nicht weniger suspekt. Aber gut, Fantasy, wie man’s heute nennt. Da steckt so ein Pinguin ja sowas locker weg und sieht nett aus, obwohl die nur wenig Älteren ja vom Känguruh wissen, dass die Pinguine die Bösen sind. Und die Wenigsten wieder dem realen Pinguin ansehen, was für ein heftiges, häßlich krächzendes Raubtier – man fange mal einen Fisch mit dem Schnabel! – ist. Zum Glück wird erwähnt, wie der Vogel riecht. Er stinkt nämlich. Ja, die Geschichte klingt toll. Für jemanden, der gerne Fisch ißt. Für alle anderen gilt hier halt, dass sie ihre (olfaktorische) Phantasie im Zaum halten müssen.

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