Ivan Gantschev: Der Weihnachtszug

Bahnwärters Tochter

Malina wohnt mit ihrem Vater, dem Bahnwärter, inmitten der Berge, direkt hinter einem großen Tunnel. Eines Tages gibt es einen Erdrutsch, der den Tunnelausgang versperrt. Malinas Vater ist gerade unterwegs, um die Gleise zu inspizieren, aber Malina weiß, dass bald der Schnellzug kommt. Was nun?

„Der Express kommt doch in einer halben Stunde!
Was soll ich jetzt machen?
Was würde Papa machen?
Ich muss den Lokführer warnen!“

Malina erinnert sich, was ihr Vater ihr über Notfälle erzählt hat. Kurzerhand packt sie den geschmückten Weihnachtsbaum, schleift ihn bis vor den Tunneleingang und zündet ihn ihn an. Außerdem schwenkt sie eine Laterne. Tatsächlich kommt der Zug rechtzeitig zum Halt. Die Passagiere sind gerettet. Doch was ist mit Weihnachten?

Geistesgegenwärtiges Handeln

Mit ihrem beherzten Handeln rettet Malina den Zug mit all seinen Insassen. Sie hat sich nicht nur erinnert, was ihr Vater ihr über Notfälle erzählt hat, sie hat auch rasch reagiert und nicht gezögert, den wunderschönen Weihnachtsbaum zu opfern. Das war auch gut so, denn sie hat es gerade rechtzeitig geschafft, den Zug zu stoppen. Dafür wird sie von den Passagieren, dem Zugführer und ihrem Vater belohnt – und am Ende kann sie trotzdem Weihnachten feiern.

Diese leise Geschichte passt sehr gut in die Weihnachtszeit, nicht nur, weil Weihnachten darin vorkommt. Sie zeigt, dass man manchmal etwas Wertvolles opfern muss, um etwas Größeres zu erreichen. Hätte Malina gezögert, den Weihnachtsbaum anzuzünden, und sich nach etwas anderem umgeschaut, zum Beispiel Brennholz hinterm Haus, hätte es an diesem Weihnachtsabend ein großes Unglück gegeben.

Der Text ist knapp, auf jeder Doppelseite stehen nur wenige Sätze. Bei den Bildern, Aquarellen, nehme ich an, dominieren gedeckte Farben: Weiß, Grau- und Brauntöne. Dennoch sind sie nicht trist, sondern eher ein wenig nostalgisch. Sie lassen eine tief verschneite Winterlandschaft lebendig werden. Das Mädchen wirkt neben dem Weihnachtsbaum und erst recht neben dem Zug winzig, was seine Leistung noch deutlicher werden lässt.

Schön, dass dieser Klassiker neu aufgelegt wurde.

Fazit: Eine spannende und dennoch leise (wahre) Geschichte über ein kleines Mädchens, das durch sein beherztes Eingreifen einen Zug voller Menschen vor einem Unglück bewahrt.

Cover "Der WEihnachtszug" Bilderbuch-Rezension

Ivan Gantschev: Der Weihnachtszug. Michael Neugebauer Edition 2019. 32 Seiten, Euro 10,00, ISBN 978-3-86566-363-4.

Weitere Winter- und Weihnachtsbücher findet ihr hier.

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