Rezension. Jana Crämer: Unvergleichlich Du! Wie du deine beste Freundin wirst

Auf dem Weg zu sich selbst

Jana Crämer wog 180 Kilo, litt an einer Essstörung, hat jede Diät ausprobiert und vor allem hasste sie sich selbst und ihren Körper. Doch sie schaffte es, all das zu überwinden, eine Erfahrung, die sie in dem Roman Das Mädchen aus der 1. Reihe verarbeitet hat. Viele Mädchen und junge Frauen lesen ihr Blog oder folgen ihr bei Instagram.

Es gab einen Moment in meinem Leben, da konnte ich einfach nicht mehr. Meine Essstörung mit den heimlichen Fressflashs – als Symptom meiner permanenten Überforderung mit der Welt – ließ mich unter meinen 180 Kilo Körpergewicht einfach zusammenbrechen.

Warum bin ich, wie ich bin?

Nun hat sie einen Ratgeber geschrieben, mit dem sie Mädchen helfen will, sich selbst anzunehmen. Sie beschreibt darin nicht nur sehr offen ihre Erfahrungen, sondern gibt auch viele Tipps und Aufgaben, die helfen, sich selbst zu reflektieren. Deswegen enthält das Buch viele linierte Seiten, auf denen man seine Gedanken und Gefühle notieren kann. Was sind deine Ziele?, fragt sie beispielsweise. Oder: Was wäre das Wundervollste, was dieser Tag für dich bereithalten könnte? Was sind die fünf inspirierendsten Accounts, denen du folgst? Und warum tun sie dir gut? An anderen Stellen soll man zeichnen oder ein Foto machen und einkleben. Häufig werden die Leserinnen aufgefordert, ein Foto der ausgefüllten Seite zu machen und mit passendem Hashtag hochzuladen, um mit anderen zu interagieren.

An vielen Stellen gibt sie ganz konkrete Tipps, zum Beispiel zum Umgang mit den allgegenwärtigen Challenges nach Art von „Werde so schlank, dass deine Taille hinter ein senkrechtes Din-A4-Blatt passt“.

Wege aus dem Tief

Die Autorin hat in ihrem Leben selber viele Tiefphasen erlebt, sodass sie genau weiß, wie diese sich anfühlen. Deshalb kann sie ihre Leserinnen genau dort unten abholen und aufbauen.

Für Jana Crämers Leben ist ihre Freundschaft zum Musiker Bantomae wichtig, überhaupt spielt Musik für sie eine besondere Rolle. Im Buch sind viele Links zu Spotify angebracht, zu einzelenen Liedern, Playlists oder Texten. Ich habe kein Spotify, aber ich habe meinen Sohn mal einen dieser Links ausprobieren lassen, um zu sehen, ob es funktioniert. Ich habe mir das alles aber nicht angehört, sodass ich dazu nichts sagen kann.

Hilfreiches Nachdenken über sich

Ob solch ein Buch einem Mädchen helfen kann, ist sicherlich eine Typfrage und hängt auch davon ab, wie offen es gerade für so etwas ist. Ich denke aber, dass eine intensive Beschäftigung mit den aufgeworfenen Fragen helfen kann, sich über sich selbst, seine Ziele und Träume klarzuwerden, zu erkennen, was einem wichtig ist und was man vielleicht überbewertet.

Ich verstehe, dass es hilfreich sein kann, solche Reflexionen hochzuladen, sich mit anderen, denen es ähnlich geht, auszutauschen und zu erkennen, dass man mit seinem Problem nicht alleine auf der Welt ist. Dennoch finde ich das ein wenig bedenktlich, weil sich die Mädchen damit auch angreifbar machen. Das wird ja nicht nur von wohlmeinenden Menschen gelesen, sondern vielleicht auch von den Mobberinnen aus der eigenen Klasse. Aber: Niemand muss etwas hochladen, die Mädchen wissen ja genau, wer bei ihnen mitliest und welche Folgen das haben kann.

Fazit: Insgesamt denke ich, dass das Buch Mädchen ab 12 Jahren eine Hilfestellung geben kann, die Gedanken über sich und ihren Körper positiver werden zu lassen und einiges in ihrem Leben zu überdenken.

Jana Crämer: Unvergleichlich Du! Wie du deine beste Freundin wirst. Oetinger 2020. 208 Seiten, Euro 14,00, ISBN 978-3-8415-0641-2.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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