Rezension: Bettina Rakowitz: König Pups

Ein anrüchiges Problem

Es war einmal ein König, der zwar mild und weise war, aber dennoch ein Problem hatte: Er musste ständig pupsen, was immer ganz schrecklich stank. Natürlich war ihm das schrecklich unangenehm und er probierte alle möglichen Tipps und Ratschläge aus, aber nichts half.

Verzweifelt er den Leibarzt bat,
ob dieser wüsste einen Rat.
Dem Leibarzt war es sonnenklar,
was schuld an der Misere war:
Der Speiseplan war viel zu schlecht
und eines Königs nicht gerecht!

So zog er sich immer mehr zurück und verließ schließlich seine Burg gar nicht mehr. Als eines Tages Feinde angriffen und die Lage schon aussichtslos schien, kam der Könnig heraus und griff zu seiner „Geheimwaffe“ …

Ein Volk hat die Nase voll

Da nützt es nichts, ein König zu sein. Manche Probleme lassen sich einfach nicht lösen und so scheint der König dazu verdammt zu sein, auf ewig zu stinken. Ich hatte erwartet, dass irgendeine fantastische Lösung ihm zur Pupsfreiheit verhelfen würde, aber dem ist nicht so. Er pupst weiter, aber als er sein Volk durch einen geschickten Schachzug retten kann – man könnte es auch Einsatz biologischer Waffen nennen – hat er dessen Sympathien zurückgewonnen. Er ist zum Held geworden, trotz oder gerade wegen seines Gestanks.

Die meisten Kinder werden schon die Erfahrung gemacht haben, wie furchtbar peinlich es werden kann, wenn ihnen in einem ungünstigen Moment ein Pups entfleucht. Die Scham des Königs können sie also gut nachvollziehen. Andererseits finden sie das Thema Pupsen schrecklich faszinierend, ihre Aufmerksamkeit ist also garantiert.

Die Versuche, das Problem zu lösen, sind recht amüsant geschildert: eine Nahrungsumstellung ist zwar nicht originell, aber naheliegend, den Korken im Po finden die Kinder lustig (auch wenn sie das hoffentlich nicht selbst ausprobieren). Man schließt den König ins Herz, weil er einem ziemlich leid tut. Dass er sein großes Manko schließlich zur Rettung seines Volkes einsetzen kann, ist eine lustige Wendung.

Gereimte Pupsgeschichte

Ich finde es immer ganz schlimm, wenn Reime in Kindergeschichten arg holpern. Das ist hier zum Glück nicht der Fall. Die Reime sind gut, der Text lässt sich wunderbar vorlesen und vermutlich können die Kinder den Text schnell mitsprechen.

Die Sprache ist gehoben und anspruchsvoll. Sie wirkt ein wenig altmodisch, was zum König auf einer Burg natürlich gut passt und beim Vorlesen auch gut klingt. Allerdings fürchte ich, dass die kleinen Zuhörer*innen beim ersten Mal nicht alles verstehen werden und die Vorlesenden ihnen Wörter wie Gemach, Misere, Theorie, Praxis, Kunde erst einmal erklären müssen. Ich mag es, wenn Kinder bei der Lektüre ihren Wortschatz erweitern, allerdings ist es hier vielleicht etwas viel auf einmal. Trotzdem kommt die Botschaft rüber, denn der Text wird von schönen, witzigen Zeichnungen in klaren Farben begleitet – auf fast allen Bildern wabert eine grüne Pupswolke –, die die Geschichte fast schon allein erzählen.

Fazit: Eine gut gereimte und lustige Geschichte mit anspruchsvoller Sprache über einen pupsenden König, der durch sein anrüchiges Problem letztlich zum Held wird. Kinder von 4 bis 7 Jahren werden ihren Spaß daran haben.

Bettina Rakowitz: König Pups. Kampenwand Verlag 2020. 28 Seiten, Euro 9,85, ISBN 978-3-947738-03-8.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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