Andrée Poulin, Marie Lafrance: Zwei Jungs und eine Hochzeit. Rezension

Hochzeit im Kindergarten

Emil und Mathis sind dicke Freunde. Sie spielen immer zusammen und teilen ihre Geheimnisse. Als Emil eines Tages im Sandkasten einen Ring findet, hat er eine Idee: Er fragt Mathis, ob er ihn heiraten möchte. Klar möchte Mathis das! Marinne gibt ihnen einen zweiten Ring und hilft ihnen bei der Planung und Durchführung der Hochzeit. Die anderen Kindergartenkinder feiern mit.

Doch am nächsten Tag trägt Emil seinen Ring nicht. Seine Eltern haben es ihm verboten und behauptet, ein Junge können keinen anderen Jungen heiraten. Das gehe gar nicht.

Mathis ist traurig. Seine Eltern trösten ihn.

Emil ist immer noch dein bester Freund. Niemand kann dir das wegnehmen.

Sie erklären ihm auch, dass ihnen niemand verbieten könne zu heiraten, wenn sie groß sind und sich dann immer noch mögen. Und dem traurigen Emil erklärt Marianne, dass Eltern auch nicht immer recht haben. Da hat Emil eine Idee …

Ein Buch über Offenheit und Toleranz

Können zwei Männer heiraten? Das ist in Deutschland nun schon längere Zeit möglich. Dass es Eltern gibt, die ihren Kindern erzählen, dass das nicht in Ordnung ist, kommt aber sicherlich häufig vor. Die Geschichte von Emil und Mathis zeigt zwei Jungen, die sehr gut befreundet hat und auf die Idee kommen zu heiraten. Ein harmloses Spiel, aber Emils Eltern nehmen die Sache sehr ernst und verbieten es sogar, während Mathis Eltern ganz locker damit umgehen. So erfahren die kleinen Zuhörer*innen, dass es ganz unterschiedliche Einstellungen zu diesem Thema gibt. Dabei ist das für Kinder überhaupt kein Problem. Jungs oder Mädchen ist doch egal, solange man sich mag.

Im Vorwort sagt die Autorin:

Kinder kommen nicht mit Vorurteilen auf die Welt. Wir Erwachsenen sollten ihnen mit auf den Weg geben, wie wichtig es ist, Unterschiede zu respektieren und offen für Vielfalt zu sein.

Denn was ist schönner als ein Regenbogen? Wenn wir alle gleich wären, dann wäre das Leben doch weniger reich und weniger schön.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen!

Der Text ist altersgerecht und gut verständlich. Ich denke, dass jedes Kind im Kindergartenalter sich mühelos in Emil und Mathis wird hineinversetzen können. Die Bilder treffen nicht so ganz meinen Geschmack (die Köpfe sind mir teilweise einfach zu rund), aber sie illustrieren nicht nur das Geschehen gut, sondern lassen auch die Gefühle gut erkennen: die Freunde bei der Hochzeit, das Entsetzen im Blick von Emils Eltern, die Trauer der beiden Jungen am folgenden Tag. Dass die Stimmung transportiert wird ist wichtig.

Das Buch hat in Frankreich einige Preise erhalten – völlig zu recht, wie ich finde.

Fazit: Ein tolles Buch, das Kindern zeigt, dass es völlig in Ordnung ist, einen Menschen zu lieben, der das gleiche Geschlecht hat. Kinder ab vier Jahren erfahren hier, wie wichtig Toleranz und Vielfalt sind, ganz ohne diese Begriffe zu kennen.

Andrée Poulin, Marie Lafrance: Zwei Jungs und eine Hochzeit. Südpol 2021. 32 Seiten, Euro 16,00, ISBN 978-3-96594-087-1.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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