Rezension: Lyrik-Comics. Gedichte Bilder Klänge

Von Otto Mops bis zum einsamen Rumpelstilzchen

Kinder lieben Gedichte, sie mögen Reime und wenn die Stimme hopst und springt, säuselt und singt. In diesem Band wurden 19 Gedichte sehr unterschiedlicher Dichter*innen gesammelt wie Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz, Ernst Jandl, Sarah Kirsch, Mascha Kaléko, Elisabeth Borchert und Manfred Mai.

Jedes Gedicht ist zunächst in Gänze auf einer Seite abgedruckt. Auf den folgenden Seiten sind diese Gedichte von insgesamt zehn Illustrator*innen in Bilder umgesetzt worden. Dies geschieht auf sehr individuelle Weise: mal Bildergeschichten im Comic-Stil, mal doppelseitige Bilder mit Textfragmenten, mal kleinere Einzelbilder, die durch eine Textschlange verbunden werden und ein anderes Mal ein großes Bild, das vom Text umgeben wird. Auch der Zeichenstil ist sehr divers.

Zusätzlich ist ein Großteil der Gedichte vertont worden, die Lieder kann man sich auf der Verlags-Website anhören. Das führt noch einmal zu einer unterschiedlichen Wahrnehmung der Texte.

Ein faszinierendes Kaleidoskop aus Wörtern, Bildern und Klängen

Ich finde die Idee, Kindern Lyrik zusammen mit altersgerechten Bildern bzw. als Comics zur Verfügung zu stellen und viele davon noch zu vertonen, einfach großartig. Die Umsetzung ist sehr gelungen. Natürlich hat jede*r Illustrator*in einen ganz eigenen Stil, manche Bilder sind eher reduziert, andere bis ins Details ausgearbeitet und viele Ebenen dazwischen und natürlich gefallen mir manche davon besser als andere. Bei den Texten und Vertonungen ist es ähnlich. Aber das macht ja nichts, zum Glück! sind die Geschmächer da auch ganz verschieden.

Auch die Auswahl der Gedichte gefällt mir gut. Sie stammen nicht nur aus unterschiedlichen Zeiten und Epochen, sondern sind inhaltlich sehr verschieden. Mnache wurden extra für Kinder geschrieben, andere eignen sich von der Thematik oder Machart besonders für Kinder oder sind einfach auch für Kinder gut zugänglich. Es gibt lockere, leichte und beschwingte, alberne und ernste, fröhliche und traurige. Insgesamt eine gute Mischung, die den Kindern zeigt, wie unterschiedlich Gedichte sein können. So können sie herausfinden, welche Art von Gedichten sie gerne mögen. Die einen sind vielleicht vom Dadismus fasziniert, andere mögen es möglicherweise eher klassisch.

Das Buch ist wunderbar dazu geeignet, Kindern zu zeigen, wie spielerisch man mit Sprache umgehen und damit Spaß haben, sich aber auch verzaubern lassen kann.

„Lyrik-Comics“ ist in der Kategorie Kinderbuch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Die Vertonungen findet man hier.

Fazit: Die gelungene Kombination von Gedichten mit Bildern, dazu Vertonungen als zusätzliche Möglichkeit, zeigt Kindern ab 6 Jahren, wie vielfältig Lyrik sein kann und vermittelt Spaß am Spiel mit der Sprache. Da die meisten Gedichte zeit- und alterslos sind, haben aber auch Ältere Freude an dem schön gestalteten Buch.

Stefanie Schweizer (Hrsg.): Lyrik-Comics. Gedichte Bilder Klänge. Beltz & Gelberg 2019. 104 Seiten, Euro 16,95, ISBN 978-3-407-75461-5.

Inhalt:

Michael Hammerschmid: auf den fels sollte man hinauf, Illustration: Claudia Weikert

Elisabeth Borchers: Neuer Tag, Illustration: André Rösler

Manfred Mai: Manchmal, Illustration: Sylvain Mérot

Arne Rautenberg: das wuuhuu, Illustration, Sabine Kranz

Werner Färber: Die Fleddermaus, Illustration: Halina Kirschner

Jutta Richter: Heute bin ich wild und böse; Illustration: Claudia Weikert

Ernst Jandl: ottos mops, Illsutration: Sabine Kranz

Unbekannt: Berliner Spruch, Illustration: Maren Profke

Joachim Ringelnatz: Die Seifenblase, Illustration: Kristina Heldmann

Gerald Jatzek: Rumpelstilz sucht Freunde, Illustration: Claudia Weikert

Josef Guggenmos: Unterm Rasen, Illustration: Max Fiedler

Sarah Kirsch: Ausschnitt, Illustration: Sabine Kranz

Anna Breitenbach: Ein Hund und, Illustration: Kristina Heldmann

Elisabeth Steinkellner: Zwischen türkisen Tapeten, Illustration: Julia Friese

Edward van de Vendel: Apfel, Illustration: André Rösler

Georg Bydlinski: Nachttischlampe, Illustration: Halina Kirchner

Norbert Höchtlen: Wahnsinnig verliebt, Illustration: Sylvain Mérot

Mascha Kaléko: Der Mann im Mond, Illustration: Maren Profke

Christian Morgenstern: Es ist Nacht, Illustration: Julia Friese

Ich werde versuchen, alle Bücher zu besprechen, die für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert sind. Auf einer Übersichtsseite sammele ich Links zu allen Rezensionen.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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