Nicolas Gorny: Die schaurigen Fälle des Derek Schlotter. Aufstand des Schlammosaurus

Ein Wochenende im Meuchelmoor

Anfangs fand Derekt es noch gut, dass sein Vater mehr mit ihm unternehmen will, seit er den Ratgeber 100 Dinge, die Väter und Söhne miteinander erleben sollten gekauft hat. Doch nun ist er wirklich genervt. Statt ein gemütliches Wochenende zu Hause zu verbringen, muss er mit seinem Vater zum Zelten fahren. Auf einen abgelegenen Zeltplatz im Meuchelmoor, wo es garantiert kein WLAN geben wird. Der einzige Lichtblick ist, dass sie auf dem Weg dorthin Dereks Klassenkameraden Mesut treffen, dessen Vater dasselbe Buch gekauft hat.

Es stellt sich heraus, dass es im Meuchelmoor nicht nur einsam ist, sondern auch gruselig. Vor allem, nachdem Campingplatzwärter Piet ihnen Schauergeschichten am Lagerfeuer erzählt hat. Alles nur Märchen? Das denkt Derek nicht mehr, als er nachts eine merkwürdige Begegnung hat. Also nimmt er am nächsten Morgen Ermittlungen auf und folgt den riesigen Spuren. Sie führen mitten ins Moor …

WARNHINWEIS!

Diese Geschichte kann Spuren von lebendem Schlamm enthalten

Monster gibt’s doch nicht! Oder doch?

Niemand möchte Herrn Schlotters Waschbären-Geschichte hören. Piets Bericht über den Schlammosaurus, der im Moor genau neben dem Campingplatz leben soll, ist viel spannender. Herr Schlotter spottet über die Idee vom lebendigen Moor. Doch spätestens, als Derek nachts aufwacht, weil die Erde bebt, und dann entdeckt, dass es dieses Monster wirklich gibt, weiß er es besser. Als er sich mit Mesut und Hund Rochus aufmacht, um hinter das Geheimnis zu kommen, entdeckt er die Ursache – eine große Umweltschweinerei.

Helden wider Willen

Mir gefällt sehr gut, dass Derek und Mesut nicht zwei unglaublich coole Jungs sind, die jeder Gefahr mutig ins Auge blicken und sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Sie sind Jungen, die sich nicht sehr von den Lesern unterscheiden dürften. Sie sind neugierig, Derek mehr als Mesut, und wollen der Sache auf den Grund gehen. Es wird aber auch beschrieben, wie verängstigt Derek ist, als er dem Schlammosaurus gegenüber steht. Sie vollbringen keine Heldentaten, sondern schleichen sich an und beobachten aus der Ferne. Sie schreiten nicht ein, sondern berichten hinterher den Vätern und später der Polizei, was sie entdeckt haben. Trotzdem ist die Geschichte spannend, denn sie geraten unfreiwillig in eine gefährliche Situation, in der sie zum raschen Handeln gezwungen sind. Ein bisschen Glück ist natürlich auch dabei.

Gerade die Tatsache, das Derek und Mesut so unglaublich normal sind, machte mir die beiden sympathisch. Für die Leser dürfte es sehr leicht sein, sich mit ihnen zu identifizieren und sich vorzustellen, dass sie in ihrer Lage wären: mit Papa auf einem Campingplatz im Moor. Dass die beiden nicht nur einem Monster begegnen, sondern auch noch einem Umweltsünder ins Handwerk pfuschen, sorgt für eine interessante Wendung und macht die Handlung noch spannender.

Es handelt sich hier um eine Geschichte für geübte Erstleser. Das bedeutet, dass die Schrift größer ist, die Sätze kurz und gut verständlich sind. Das Buch enthält viel wörtliche Rede; lustige Zeichnungen in schwarz-weiß lockern den Text auf. Die Handlung ist mal lustig, mal spannend und gut geeignet, die Leser bei der Stange zu halten.

Ich spreche immer von Lesern, weil sich Jungs sicherlich leichter mit den beiden Hauptpersonen identifizieren können. Das heißt aber nicht, dass Mädchen keinen Spaß an dieser temporeichen, matschigen Geschichte haben können.

Fazit: Zwei neugierige Jungen werden mit einem riesigen Monster konfrontiert und kommen einem Umweltverbrechen auf die Spur. Eine rasante Geschichte mit lustigen und spannenden Momenten für geübte Erstleser, die auch lesemuffelige Jungs bei der Stange halten dürfte.

Nicolas Gorny: Die schaurigen Fälle des Derek Schlotter 2. Der Aufstand des Schlammosaurus. Südpol 2019. 92 Seiten, Euro 9,90, ISBN 978-3-96594-011-6.

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