Britta Sabbag, Igor Lange: Klara Katastrofee

Liebenswerte Chaosqueen

Klara hat wüst abstehende Haare und trägt Strumpfhosen mit Löchern. Das ist ihr an sich ziemlich egal. Viel wichtiger ist ihr, dass es den Bewohnern des Kornblumenfeldes gut geht. Nun ist sie etwas aufgeregt, denn sie ist endlich alt genug, um offiziell ein Gebiet zugewiesen zu kommen, um das sich kümmern muss. Wenn es nach ihr geht, wird es das Kornblumenfeld werden.

Doch aus ihrem Traum wird nichts. Die Feenversammlung hält sie nicht für reif genug und verschiebt die Entscheidung. Bis dahin soll sie lernen, beim Zaubern keine Fehler zu machen und nicht laut herumzuschimpfen. Einen nicht gerade netten Spitznamen hat sie bei dieser Gelegenheit auch noch kassiert: Katastrofee

Klara ist so enttäuscht!

Kurz darauf erfährt sie, dass auf „ihrer“ Wiese ein Hotel gebaut werden soll. Aber die anderen Feen nehmen sie nicht ernst. Nach einem erneute Zauberfehler beschließt sie, den Feenwald zu verlassen. Dabei trifft sie auf den Menschenjungen Oskar, der sie mit nach Hause nimmt. Gemeinsam überlegen sie, wie sie Klaras Kornblumenfeld retten können.

Spannende Abenteuer in der Menschenwelt

Ganz offensichtlich ist Klara eine Individualistin. Sie hat ein wunderbares Gespür für die Tier- und Pflanzenwelt ihrer Umgebung und hält das für wichtiger als sorgsam gekämmte Haare. Doch die anderen Feen sehen nicht ihre Talente und Fähigkeiten, sondern nur all das Negative. Besonders fies ist Klaras vermeintliche Freundin Violetta, die sich auf ihren Namen und ihr Aussehen einiges einbildet. Sie tut ganz nett, ist aber eine gemeine Petze, die Violetta vor der Feenversammlung bloßstellt. Wie die anderen dann mitlästern und auf dieser Grundlage entscheiden, ist ziemlich unfair.

Um so verständlicher ist Klaras Wunsch, dieser Gesellschaft den Rücken zu kehren.

Leseratte Oskar ist ebenfalls ein Außenseiter. Von Klara lernt er, sich nicht immer zurückzuziehen. Im Gegenzug erfährt Klara von dem intelligenten Jungen viel, was wichtig ist, um eventuell das Feld retten zu können.

Beide sind sehr sympathisch – als Leser*in schlägt man sich hier gern auf die Seite der Schwachen.

Team Klara

Für Klara ist in der Stadt vieles neu und spannend. Sie verliert dabei aber nie ihr Ziel aus den Augen. Sie lernt dazu und begreift schnell, wie sie das neue Wissen nutzen kann.

In der Geschichte werden viele wichtige Themen angesprochen wie Naturschutz, Mobbing und Freundschaft. Das sind alles Themen, die Kinder aus ihrem Umfeld kennen und gut nachvollziehen können. Es stellt sich heraus, dass auch in der Feenwelt nicht alles Gold ist, was glitzert (okay, schlechtes Wortspiel, ich mag es aber trotzdem 😉 ). Klara muss ihren eigenen Weg finden, ohne die Unterstützung der anderen Feen, die sie einerseits nicht für reif genug halten, ihr aber andererseits auch keine Hilfe anbieten. Violetta ist ein gutes Beispiel für jemanden, der nett tut, aber hintenherum schlecht redet und handelt. Klara dagegen ist viel reifer, als die anderen denken, denn sie hat schon erkannt, dass innere Werte viel wichtiger sind als Äußerlichkeiten.

Klaras Ausflug in die Menschenwelt bringt die Möglichkeit mit, unsere Gewohnheiten zu zeigen und an der einen oder anderen Stelle auch zu hinterfragen. Klaras Staunen bietet aber auch immer mal wieder Gelegenheit zum Schmunzeln.

Fremde Welten

Der Text ist umfangreich, mit viel wörtlicher Rede und nicht immer ganz einfach. Auch die Kapitel sind schon lang. Kinder müssen schon ziemlich gut lesen können, um damit zurechtzukommen. Ich finde, dass es auch eine sehr schöne Vorlesegeschichte für Kinder ab 5 Jahren ist.

Auf jeder Doppelseite gibt es mindestens ein Minibild, oft nehmen die Bilder aber eine halbe Seite ein. Mich hat besonders die Darstellung der Pflanzen beeindruckt – toll! Die Feen zeichnen sich durch übergroße runde Augen aus. Bei der Feenversammlung sind alle als als Individuen dargestellt mit unterschiedlichen Haarfarben, Frisuren und Kleidern, sodass es viel zu entdecken gibt.

Fazit: Unterhaltsame Geschichte über ein unangepasstes Feenmädchen mit großem Herz für Kinder ab 5 Jahren zum Vorlesen oder für schon fortgeschrittene Leser*innen zum Selberlesen.

Britta Sabbag, Igor Lange: Klara Katastrofee und das große Feen-Schlamassel. ars edition 2020. 128 Seiten, Euro 12,99, ISBN 978-3-8458-3432-0.

Von Britta Sabbag habe ich bereits besprochen: Die kleine Hummel Bommel und die Zeit, Die kleine Hummel Bommel und die Liebe, Blackwood. Briefe an mich.

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